November 2002

Thun kann hoffen, die Krise als Chance, der stille Stapi, und, wir sind… gut im Bett! Geschichten zum Monat November 2002, stehend geschrieben und elektronisch und modern verarbeitet

Si mir ehrlech, solang das es no Trampuwürm git wo, zwar läär u nume no 6x im Jahr, dür d’Schtadt fahre, u d’Turischte säge: Schau mal Karlheinz, wie originell…!! Und solange der Stadtpräsident so still und geheim wiedergewählt wird, wie er die vier Jahre zuvor im Rathaus verbracht hat und solang wir das Gefühl haben, dass wir eine innovative Bildungs- und Kulturpolitik haben, weil „die Blonde“ zweimal in einer Ausgabe des Thuner Tagblatt zu sehen ist… solange wir noch Fr. 270’000.- im Jahr für drei Gassenarbeiter haben, die, mit gelben T-Shirts chic gekleidet, ein paar Gespräche in der Woche mit Junkies und Ladenbesitzern führen, um das Verständnis zu erweitern, obwohl es da gar nichts zu verstehen gibt, und so lange jeder, der mit Geld daher kommt, bei der Stadt mit Zucker und Honig überschüttet wird, solange geht es uns hier in dieser niedlichen Stadt am Rande der Alpen gar nicht so schlecht… Gut, da ist noch die Geschichte mit dieser „Schwiss Däyäry Foood“, die mit Ach und Krach voll auf den Sack fiel und in Thun über 130 Arbeitsplätze zu vernichten droht. Nur, dazu ist zu sagen, wer eine Firma wie die Verbandsmolkerei Thun in Swiss Diary Food, sprich Schwiss Däyäry Foood umtauft, ist schon ziemlich bescheuert und wer schon einmal im Oberland eine Wanderung gemacht hat und die Kühe genauer angeschaut hat weiss, dass diese Kühe zum Teil aussehen, wie Milchpanzertankfahrzeuge, die, fallen sie einmal um, mit Helikoptern aufgestellt werden müssen… Gezüchtet für maximalste Milchleistung… Dabei ist Milch als Getränk schon lange auf sinkendem Ast und voll nicht mehr angesagt… sowas von uncool, sogar die „DJ Bobo Milch“ ist nicht mehr wirklich angesagt, was T(h)un???

Kühe schlachten und wieder Suppenfleisch essen… mit Sellerie, Lauch, Kartoffeln und getrocknetem Maggikraut und viel Zwiebeln und Knoblauch… für Exoten noch frischer Koriander und Nelken, gekocht, ergibt das ein wunderprächtiges Wintermahl mit Suppe zum Appetitanregen. Für die Milchindustrie muss auch ein neues Produkt her… da hätte ich eine Superidee, die aber schon fast so gut ist, dass ich die, statt hier aufzuschreiben…, besser der Industrie präsentieren würde… nun, ich will Euch ja bei Laune halten und … dann seit Ihr nun live dabei, wenn die Schweizer Milchkrise von MC Anliker gelöst wird… >>>Fanfarenklänge, rieselnde Rosenblätter und tanzende Eunuchen sind das Szenario…<<< Also, mit der vielen Milch könnte man ja den Thunersee füllen und damit die Aare hellgrün färben, was sicher noch cool aussehen könnte… „Hey mau öppis angers, oder?!“

Einen riesen Vorteil dieser Art von Milchverwertung wäre, dass je nach Farbgebung die Milchmenge variiert werden kann… Gut, das war eigentlich nicht die Idee, das war nur ein Nebenprodukt der Idee… Die Idee ist: Hasch-Milch! Ja ganz genau… Drogen sind immer im Trend und wie in der Hauptgasse in Thun, wo das Hanfzenter der einzige Laden ist, der wirklich abdrückt, wirtschaftlich, ist es auch im grossen Geschäft… Drogenhandel zahlt sich aus!! Fertig Schluss!! Also, Oel aus Haschisch und Marihuana machen, hat den Vorteil, das damit auch die illegale Überproduktion von schweizer Hanf abgebaut werden kann, und dann mit Milch aus der schweizer Milchmeer mischen und in einer Packung aus CH-Hanf (dem nicht psychoaktiven Teil davon) verkaufen…!!! Das wird der Knüller der Zukunft… Plötzlich wollen alle wieder Pausenmilch (Schulen) und „Milch bim Znüni näh“ (Industrie) und auch in allen Kantinen von Spitälern, Kasernen u.s.w. wird CH-Oel-Milch zum ultimativen Knüller… und so würde Thun die Schwiss Däyäry Foood Arbeitsplätze nicht nur nicht verlieren, nein, es müssten dann sofort auch neue geschaffen werden und auch in den THC-Oel-Raffinerien, gäbe es neue Arbeitsplätze!

Hey cooli Idee, he! Soetwas wäre jetzt dem Stadtpräsidenten nicht in den Sinn gekommen… gut, die Politiker als Aperoprofis haben halt keine Ahnung von Milchgläsern. Nein, die sind eher auf Cüpli und Weingläser eingestellt und Milch gibt es an keinem Apero, soviel zu seiner Entschuldigung… Also, Hasch-Oel-Milch als Retter der Schweizer Milchindustrie und des Bauernstandes! © by MC Anliker 02. Es ist ja schon ziemlich viel am Arsch hier und vielen anderen Orten auf diesem Planeten und die Zeitungslektüre ist manchmal der reine Gruselroman, Fernsehen bringt einem auch nicht viel mehr Sonne und Radio ist eigentlich nur noch für Schwersthörgeschädigte, also, da bleibt doch eigentlich nur noch Sex, Drugs und Rock’n’Roll als Freizeitbeschäftigung!!! (Politik und Sport wäre auch noch etwas, aber das ist definitiv weniger geil…) Bei den Drogen, da sind wir ja sehr gut dabei in der Schweiz, no Problemo, und in Zukunft werden wir ja auch noch Hasch-Oel-Milch kaufen können „MC Anliker Drink“ und da wird ja alles noch cooler für uns… Beim Sex sieht es ja wieder ein wenig anders aus… Die Jungen haben ja jetzt fast nur noch Sex mit ihren Händy (Petting und Safer Sex = SMS tippen auf ein Handy mit Plastic Schutzhülle) und Beziehungen werden meistens gar nicht mehr Wirklichkeit… Sie fangen auf einem Handy Display an und hören auch dort auf…

Und die Bauchfreimode führt unweigerlich dazu, dass die meisten heutigen Teenies, weiblichen Geschlechts, in zwei – fünf Jahren chronische Blasenentzündungen haben werden und somit auch dann kaum mehr wirklich Lust am Sex haben werden… Shit happens!!! Also, da bleibt nur noch der Rock’n’Roll! Und da sind wir wiedermal die Experten…

Live Musik ist unattraktiv, langweilig, laut und wirtschaftlich schon lange nicht mehr vertretbar… Das war einmal ein Werbeslogan unseres Hauses, der in der Musikbranche für Aufsehen gesorgt hat… Musik ist Scheisse ist quasi der Nachfolgespruch, der natürlich halb geklaut ist, und unheimlich beliebt ist… Beliebter noch als Fuck This Town oder Thun – die Stadt der Alten…

Café/Bar Mokka ist aber nicht nur gut in der Werbung… Nein, wir sind auch gut im Bett… Nein, wir sind auch gut im Schuss… Viele Shows machen zwar das Risiko grösser aber auch das ganze Set dynamischer und im Moment beneidet und sowieso alles um unsere Crew! So macht Arbeiten für Vergnügungssuchende richtig Spass!! Im Gegensatz zu den Vergnügungssuchenden selber… Die sind ja schon ziemlich hardcore drauf, manchmal! Die neue Generation der Duftsäckliverbrenner/innen sind nicht nur langweilig wie nur etwas, nein, sie sind auch noch unfreundlich und neuerdings riechen sie wieder wie eine Turnhallengarderobe nachmittags um vier Uhr… Aber gut, ich werde ja auch nur noch älter und vielleicht ist das ja der Punkt… Und: meine Generation sind die Eltern dieser halbverlorenen Generation: Viele dieser Kids können kaum mehr richtige Sätze bilden und sprechen und kaum mehr richtig erkennen was um sie herum geht, sie erkennen auch kaum mehr, das hinter etwas noch etwas an Aufwand und Zusammenhang ist, und dass eine Pflanze Erde braucht, das es für Musikhören im Club eine Anlage braucht, die bedient werden muss und selbst das geliebte Cola nicht von selbst und gekühlt aus dem Hahnen fliesst…:  ä,ä,ä,as Cola…so…!

Wir haben im Moment eine neue neue Welle von Wohlstandsverwahrlosung zu ertragen, gepaart mit Interessenlosigkeit und einem rasanten Zerfall des Allgemeinwissens und vor allem der Sprache…

Ohne Sprache ist der Mensch ein Gartenzwerg… Hey, easy Man, im Fau, Hey Man, äs isch huere krass so… I weiss o nid… weisch wini meine, Man? Vou schreg Man, i weiss o nid… aber no fläschig so!…

So wie in 10 Jahren kaum jemand mehr wirklich kochen kann, wird man in dieser Zeit auch nicht mehr schreiben können und auch dem lesen wird etwas exotisches anhaften… Aber was solls??? Im Moment sind wir noch nicht so weit, zum Glück!

Der November ist nah und unser Programm ist ein Herbstprogramm für interessierte Zeitgenossinnen und Zeitgenossen, die gerne Töne und Klänge hören, die in keinem Radio und kaum in einem anderen Club zu hören sind…

Wir sind stolz auf unsere Programmdichte und deren Vielfalt und wagen, trotz schlechten wirtschaftlichen Aussichten, die Flucht nach Vorne…

Houston, we are ready to start…!

Und Ihr, lebe Leserinnen und Leser seit Ihr trainiert genug für eine Marathon Club November??

Vitamin C konsumieren, sich im Mokka verlustieren, so kannst Du Dein Leben korrigieren!

Und… zieht Euch warm an, zieht Euch warm an, denn die Kälte greifft den Darm an…!

Liebe Grüsse von Eurem Raumfahrer

MC Anliker

Master of Stay an By

Master of the Big Visions

Master of Novemberwinds

CAFE BAR MOKKA

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