Februar 2008

GUTE MUSIK IN MOBILTELEFON FREIEN RÄUMEN. KOMMUNIKATION IST NICHT DIE STÄRKE DER THUNESISCHEN VERWALTUNG.. NICHT ALLE KIDS SIND EINFACH SCHEISSE.
EIN PAAR GEDANKEN ZUM MONAT FEBRUAR 08

Noch ist es eigentlich tiefer Winter, nur vor meinem Fenster ist der Frühling so was von parat, dass ich echt Mühe habe in meiner Ghetto Zelle zu sitzen und die superflache Tastatur meines I-Macs 24 zu bearbeiten. Als Angehöriger einer Segelnation sollte ich doch jetzt auf dem Thunersee herumshippern oder zeitgenössisch, wie ich als Kulturschaffender sein sollte, bei Kiesertraining auf der Folterbank liegen und mit meinen lädierten Knien Gewichte stemmen, durch die weissen Kabel mit irgendwelchem weichgespülten Rockscheiss versorgt, oder irgendwo in der Peripherie unserer Stadt joggen…Gesundheit ist die neue Mode, Vitalität ist Konzept und ewiges Leben scheint das erstrebenswerteste für viele Menschen zu sein. Der Jugendwahn unserer Zeit führt uns direkt zu den Themen um dieJugend, die hier in unserer kleinen Stadt am Rande der grossen Alpen, in den letzten Wochen zum medialen Top Thema wurden. Vandalismus in der Thuner Innenstadt war ein Super Hot Spot, Sachschäden, Nachtlärm, Müll und viele andere Auffälligkeiten sind wohl die direkten Auswirkungen der Schliessung aller Selve Gastro- und Vergnügungs-Betriebe auf den 1. Januar 2008. Alle t(h)un sie nun so erstaunt und geloben den geplagten Bewohner/innen der Innenstadt sofortige Lösungen… sofort etwas unternehmen gegen diesen Zustand, der doch nicht voraussehbar war…. es wird sogar schon erwogen, dass nun 1x im Monat eine Fussgänger Patroullie der Polizei, nach Mitternacht einen Blick vom Rathausplatz in die Hauptgasse wirft. Jahrelang hätten die Behörden sich auf das Szenarium Selveschliessung, Verlagerung des Publikums in die Innenstadt, vorbereiten können, das Gespräch mit den Betreibern der Clubs und Discos suchen können und auch lange vorher mit Publikumsbefragungen, die nicht alle Welt gekostet hätten, versuchen heraus zu finden, wo die Besucher/innen nach den 1. Januar 2008 in den Ausgang gehen werden. Aber Kommunikation ist in Thun keine gültige Kultur, das ist schon seit ewiger Zeit so und das erfährt man immer wieder, mehr oder weniger schmerzlich. Eine Ansammlung von Autokraten sitzen hier in den führenden Stellen der Verwaltung, jeder mit sich und seinem schlecht funktionierendem PC (auf dem Stand von 1998) beschäftigt, auf Lebzeiten mit dem verfassen von Beiberichten und Legiti-mationspapierenzugedröhnt und immer das nackte Grauen der Rache im Nacken und die Angst… wirklich kein Klima um eine moderne Konsumgesellschaft zu verwalten. Es scheint, dass niemand in dieser riesen Verwaltung das Vernetzte Denken praktiziert und schon gar nicht lebt. Ich bin jetzt über 21 Jahremit der Realisation eines Begegnungsortes in einer kleinen Stadt beschäftigt, habe entsprechend viel Erfahrung zum Thema Jugendliche; Drogen und so gesammelt, kann mich eigentlich ganz gut ausdrücken und bin meistens geduscht… ich wurde aber in all den Jahren noch nie wirklich in irgend einer Sache zum obgenannten Thema kontaktiert, auch gab und gibt es kaum je eine/n Angestellte/n der Stadt Verwaltung Thun, als Besucher/in unserer Konzerte, die ja wirklich nicht nur für Kidis programmiert werden. Ich muss auch regelmässig, im Kontakt mit Behörden unseren Namen Buchstabieren und selbst bei, für uns zuständigen, Amtsstellen muss ich regelmässig unsere Telefonnummer angeben, weil niemand die irgendwo hat. KAFI MOGGA als Adresse eines Briefes aus der Verwaltung ist auch im Jahre 2008, im 22. Jahr unseres Bestehens, noch durchaus möglich…. und das liegt dann wirklich nicht an den sehr veralteten Compis. Von den ganzen Bauplänen im Selvearealerfahren wir, genau wie alle anderen, aus der Zeitung, wenn vor Weihnachten 07 an derAllmendstrasse Leitungen im Zusammenhang mit den kommenden Abbrucharbeiten ausgeführt werden, müssen wir uns dafür stark machen, dass die Baustellenabschrankungen so gemacht werden, dass auch der durchgeknallteste <Nachtschwärmer>, übrigens ein Lieblingswort der Verwaltung, die Latten und Lampen nicht als Wurfgeschosse entfremden kann. Passiert nämlich etwas, dann sind sowieso WIR diejenigen, die dafür Schuld haben. Ohne das Mokka gäbe es keine Drogen im Berner Oberland.. ein geiles Statement eines jungen, dummen Kripobeamten, geäussert irgend bei einer Personen Kontrolle in unserem Garten im Herbst 2007.. das nur so als Einschub. Eigentlich leben wir ja in einer Kommunikationsgesellschaft in der sich Paare pro Tag 22x anrufen und nebenbei noch 10 SMS schicken, in der junge Mütter mit dem Freisprech <Starter Kit>, den Kinderwagen schiebend, mit Mutter, Kollegin, ex Volleyball Team Kollegin oder dem Mann auf Montage auf dem Baugerüst.. munter drauflos plappernd durch die Gegend ziehen. Ja nid allei si.. u scho gar nid Rueh umsech ha… Aber wirkliche Kommunikation passiert schon lange nicht mehr, was unserer Gesellschaft, und das sind wir… extrem viel Kostet, denn ein Gespräch ist viel billiger als jede Massnahme. Auch wir spüren die Schliessung der Selvebetriebe und vor allem auch die Ü18, Ü20 Mode, mit der die meisten Betriebe die Kids ausgrenzen, weil sie zuwenig konsumieren oder ganz einfach ihren Tankstellen Shop und Coop billig Alk im Rucksack durch die Gegend tragen. Auch ich kam ziemlich auf die Welt, aber dies zum Glück schon am Freitag 4. Januar 08, als ich vor unserem Club mit einer Gang von 15-17 Jährigen pseudo Hip Hopers ziemlich Stress hatte… Die Jungs und 1 Mädel waren so was von breit obwohl es erst 21Uhr war.. und sifften vor den Club rum, so dass die Konzert Besucher/innen kaum mehr einen Weg fanden und zudem war an diesem ersten Konzertabend des neuen Jahres, mit Trummer ein Musiker auf unserer Bühne, der ein Publikum anspricht, das nicht jeden Abend durch die Clubs zieht. Als ich die <Gang>zur Mässigung aufforderte, gab ein Wort das andere und schnell hatte ich 3 Super Agro Bubis, wortwörtlich, am Hals.. und das Mädchen, geschätzte 15 Jahre alt fing auf Deutsch an mich anzubrüllen:Hey du fette, verwixte, spermatriefende schwule Sau, schau dich mal an, dich mach ichfertig… u.s.w. In so einem Moment frage ich mich dann schon, was das soll und ich wusste sofort, dass diese Kids vor dem Silvester 07 vor allem in der Selve rumhängten und dort gab es wohl meistens niemanden, der sich in irgendeiner Form um irgend etwas kümmerte, solange konsumiert wurde. Gab es Probleme, wurden sie mit der aggressiven Art der SECURITY gelöst, einer international gültigen Sprache. Der erste Gedanke aber war, was haben diese Kids für Eltern ?? Bei der anschliessenden Diskussion mit einem Teil der Gruppe, wurde mir noch gesagt, dass dies nun noch harmlos gewesen sei..Das müesst dir wüsse, d Kids vo hütt kenne de no viu krasseri Wörter u mir hätte de no meh Stress chönne mache…. Schön zu wissen. Und da sind wir wieder beim Jugendwahn unserer Gesellschaft, der Bogen schön rund und alles so gesund…. Jugend ist gut, Jugend ist heilig, Jung sein ist das Höchste ! Dafür aber ja nicht mehr rauchen.. jemanden anficken, die Grenzen täglich massivst überschreiten, jeden Scheiss mitmachen, Menschen verachten.. alles kein Problem.. aber rauchen, das ist das wirklich schlimme auf dieser Welt. Die neuen Werte unserer Gesellschaft sind manchmal nicht mehr wirklich nachvollziehbar, zumindest für mich nicht. Die Eltern der oben auftretenden Kids setzen sich ganz einfach zuwenig mit ihnen auseinander, stecken ihnen keine Grenzen mehr und schauen weg, sind froh wenn sie sich irgendwo schlecht benehmen und nicht nur Zuhause. Zudem gilt ja heute ein Kind als Erwachsen, wenn es sich schlecht Benehmen kann. Das ist natürlich nicht die ganze Wahrheit zu diesem Thema. Wir haben mittlerweile eine sehr junge Kundschaft, eine zu junge Kundschaft möchte man sagen, aber unsere Aufgabe ist es eben auch, einen Ort zu betreiben in dem junge Leute sein können und noch irgend einen Ansatz von Inhalt vermittelt bekommen. Die meisten der Kids, die unseren Club als temporäres Zuhause aussuchen sind aber freundlich, gut erzogen und haben auch den nötigen Respekt gegenüber unserem Personal und dem Haus, denn ohne diesen Respekt können nicht 300 Menschen in einem Haus, wie dem unseren zusammen absurfen, ohne Security notabene. Der Januar 2008 war ein sehr guter Clubmonat, eine gute Auslastung der Konzerte und eine sehr gut besuchte Disco, dementsprechend auch eine gute finanzielle Bilanz. Das macht Mut für das, was noch vor uns liegt und das ist nicht wenig bis Dezember 2008. Es zeichnet sich immer klarer ab, dass die neue Generation unserer Gäste zuerst merken muss, dass wir Live Musikanbieten und dass ein Konzert etwas cooles sein kann, das mehr Emotionen wecken kann als das Internet und das ausgelutschte Mobiltelefonieren. Ich denke, das kommt gut. Das Internationale Musikbusiness wird zwar täglich todgeschrieben aber was als Angebot über unseren Surfer reintickt ist zwar eine Flutwelle, nimmt man sich aber die Zeit den Schrott zu versenken, blinken Rubine in allen Farben und Formen. Indie Bands aus allen Teilen dieses Planeten, heiss auf das Publikum, wohl wissend, dass es keine Top Deals mehr gibt, dafür andere Möglichkeiten, wie das Internet und dass mit kleinen Strukturen auch etwas bewegt werden kann. Bands, die sich wieder den Arsch aufreissenund glücklich sind, wenn sie wie bei uns mit Respekt behandelt werden und gute Bedingungen vorfinden. Auch unser Februar Programm ist voll solcher Perlen, Checkt es aus auf unserer Website WWW.MOKKA.CH die übrigens im Moment neu aufgebaut wird und in absehbarer Zeit in neuem Glanz auf Sendung gehen wird. Die beiden Shows mit Züri West sind leider seit Monaten ausverkauft aber eventuell gibt es noch Tickets….. Ab 10. Februar gibt es dazu Infos auf der Website. Die Thuner Fasnacht werden wir wohl auch diesmal überleben… obwohl, die Zeitung dieses trümmligen Anlasses, das schlimmste gedruckte Teil war, das in den letzten Jahren in meinem Briefkasten landete. Sexistischer geht es nicht mehr und ästhetisch die Vollkatastophe. Die Typografie und Grafikbranche müsste aufschreien… Frauenverbände Sturm laufen und der Layouter des Blattes müsste inhaftiert werden.. aber lieber gestern schon. Das Thuner Tagblatt darf dann wieder schreiben: 40’000 besuchten den Fasnachts Umzug.. so ein Scheiss…!! aber niemand kümmerts, keine Leserbriefe die sagen: Hei das schtimmt itz eifach nid.. sicher nid 40’000 Persone. Gut, auch ich könnte jeden Tag zig Briefe schreiben, an Medien, an Firmen, an Politiker, an Promis  aber ich muss ja auch noch leben und für unserer Kunden Zeilen füllen, das hat Vorrang und ich kann ja dann als Pensionierter zum Kotzbrocken von Zeitungsredaktionen werden, falls es dann noch Zeitungen gibt…!!!!!
DER SCHNEE WIRD WIEDER KOMMEN UND DIE WELT EIN WENIG LANGSAMER MACHEN, MEINHANDY STÖRSENDER WIRD UNSEREN KONZERTRAUM WIEDER ETWAS MEHR ZUM MUSIK CLUB STÖREN UND DIE GÖREN..?? DIE SIND HALT NUN MAL DA ! BESUCHT UNSERE KONZERTE UND UNSERE WEBSITE, DORT HÖRT IHR, UM WAS ES JEWEILS GEHT.

 

LIEBE GRÜSSE AUS DEM KULTURGHETTO AM RANDE DER KLEINEN STADT AM …..
SCHICKT EUCH EUER :

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