September 2010

FRÜHER WAR EINMAL…!!!  IST HEUTE AUCH MORGEN..???  EIN TEXT VON SENIOR CEO
MC ANLIKER  ZUM MONAT OKTOBER 2010

Lange Zeit fühlte ich mich ziemlich unverletzlich, habe alles ausgestanden und immer das Gefühl gehabt, grenzenlos belastbar zu sein… frei nach dem Motto: Alles ist machbar Frau Nachbar, immer straight nach vorne schauen und dem Lauf der Dinge vertrauen, hier einen Akzent streuen und hier noch etwas in das rechte Licht rücken, immer zwischen Verzücken und realistischem Staunen, nie ganz abgeklärt und zum Glück auch nicht zu abgestumpft… trotz langweiliger Biographie habe ich nie das Gefühl gehabt, hier in Thun mein Leben vergeben zu haben. Zwischendurch immer etwas wagen, immer wieder Wasser tragen, für die Hunderten von Sternchen, die auf unserer Bühne den Leuchtversuch gemacht haben, viele mit (zu) grossem Vorschuss und wenige, die wirklich so stark gestrahlt haben, dass man sie als Langzeitleuchten wahrgenommen und wieder eingeladen hätte… zig hundertmal einen fast leeren Konzertraum und doch bleibt der Traum von vollen Kassen, von strahlenden Menschen, die soeben etwas für ihr Seelenheil erhalten haben. Durch mein Leben mit dem Club habe ich in all den Jahren sehr viele zeitgenössische Musik gesehen+erlebt, Musik die der Zeit zu sehr voraus war, speziell den Menschen hier in der kleinen Stadt am Rande der Grossen Alpen. Aber über das konnte ich alle die Jahre irgendwie hinweg sehen…CAFE BAR MOKKA war ein Hot Spot, ein Trendsetter, ein ruhiger Hafen, eine Tankstelle für Herz und Seele, auch ein Ort der Begierde, eine Insel im Meer der SVP und der so nahen Schweizer Armee… 10 Soldaten müssen reichen… wisst ihr noch? Wir feierten grosse Erfolge und waren wirtschaftlich zwischendurch hoch potent,  denn Geld, volle Kassen und ein voller Garten, eine volle Disco, ist  einfach sexy, punkt, fertig! Mit dem Geld das über die Gastronomie eingespült wurde, konnten wir all die Jahre grosszügig mit unseren Gästen, unserem Personal und den auftretenden Künstler/innen sein und unser Bühnenprogramm finanzieren, all die Lokalen, Nationalen und Internationalen DJ`s bezahlen ,ohne immer an Geld denken zu müssen.

GEFANGEN IN DER DUNSTGLOCKE… UND WO BITTE BLEIBT DER DURCHBLICK ?
Die letzten Monate haben mein Leben radikal verändert. War es früher kreative Arbeit, die zu langen Arbeitstagen führte, sind es heute stundenlanges Zahlen studieren, hin und her schieben, er- und abwägen, in Frage stellen und die Zweifel ab dem was man macht. Seit Januar 2010 ist die Rolle des Pausenclowns hier auf unserer Insel nicht mehr wirklich lustig und hätten wir nicht noch das bombastische FESTIVAL AM SCHLUSS gehabt, bei dem im Juli 2010 die Post abgegangen ist, wie einst im Mai… weiss ich nicht, ob ich heute noch hier an meiner Mac Tastatur sitzen würde…. um diese Zeilen zu gebären. Alle Modelle wurden durchgedacht, von der Auszeit, wie Beamte bei einem <Burn Out>, über weiter betreiben des Clubs als reines Konzertlokal ohne Disco, die Öffnungszeiten nach Bedarf und Programm, bis zur totalen Schliessung mit oder ohne Neuanfang. Alles war dabei, quasi das ganze Programm! Ihr könnt euch ja vorstellen, was da im nicht mehr ganz jungen Herzen eines Kapitäns vorgeht, der schon beim Bau und der Jungfernfahrt <seines< Schiffes dabei war und der auf der Kommandobrücke schon mache bedrohliche Situation überstanden hat, mit viel Glück und dem nötigen Support von ihm wohlgesinnten Kräften aus dem dies und jenseits… Das Schiff, das so vielen Menschen Freude gebracht und Visionen ermöglicht hat und Hunderten von jungen Menschen, mit der Mitarbeit auf dem Schiff, eine unbezahlbare Lebenserfahrung ermöglicht hat, einfach auf die Schrotthalde fahren und noch ein wenig bei der Verschrottung mithelfen, weil man ja auch zum Abbauen noch Fachwissen braucht…..
Nei, das chas definitiv nid si.. äs cha nid würklech si, das ä läbegi u beschtandeni Inschtitution wie z`Mokka eifach sang u klanglos vo dr Bildflächi verschwindet, nume wiu sich üses Konsumverhaute so schnäu veränderet u Wärte vo vorgeschter hüt nidemau meh i Gschichtsbücher vorchöme, u würdesi dert vorcho, se de sowieso niemer meh würd läse…..

BRAUCHT DAS MOKKA EINEN ERICH HESS..???
Gestern Samstag 18. September 2010 war ich am Reitschulefest und da war  mächtig was los, ein lebendiger Samstagabend, lebendig, wie früher bei uns im Club.. Junge und Ältere, solche die wegen der Kultur kamen, andere die einfach da sind, weil es ihr Zuhause ist und die meisten, weil sie in den vielen Jahren in denen es die Reitschule gibt, viele Erinnerungen an den Ort knöpfen können…. Es wurde gut getrunken und toll gefestet, viele Menschen haben gerne Eintritt bezahlt und extra 5 statt nur 2 Drinks geordert, so wie es ab und zu sein muss..!! Da kommt doch die berechtigte Frage auf: bräuchten wir nicht  auch einen Erich Hess ..??? Die Solidaritätswelle mit dem Mokka hat im März 2010 kurz mit einem: Bin dabei! Klick auf Facebook stattgefunden, sich aber in keiner Art und Weise in Besucher/innen Frequenzen niedergeschlagen. Der Verein Mokka läuft immer noch an, aber auch da ist im Verhältnis zu dem was ausgeteilt wurde, der Rücklauf eher mager. Also, ganz klar nicht auf Hilfe von Phantomen hoffen, die eigenen Kräfte einsetzen, auf seine eigene Kreativität und auf die grosse Erfahrung und das  Vertrauen bauen…. wie immer! Das wird wohl das Zuverlässigste sein. Mach es Dir selber.. sonst macht es Dir niemand..!!!!  ( Wankers for Freedom. 1992) Die Ampel auf Grün stellen, den Turbo einschalten, Vollgas geben und in der Gummiwolke erstmals nicht nach hinten schauen.. hoffen, dass in der Wolke ganz viele versteckt sind…. und mitfahren.

AB HEUTE WIRD ES ANDERS… DOCH DIE ROSA BRILLE WIRD SCHNELL BESCHLAGEN.
Es ist Sonntag 19. September 2010, 15.00 Uhr.. aus der Hagstrom Boxe, Jahrgang 1966, in meinem Büro, tönt La Paloma in der Version von <Ich schwitze nie> mit Lars Rudolph aus Berlin… auch einer der über 13`000 Musiker die in 24 Jahren CAFE BAR MOKKA auf unserer Bühne stand… ein Mitarbeiter hat gestern Abend mein speziell, für einen langen Büro Sonntag, parat gestelltes Essen weg geputzt. Arschl… und ich musste vorhin via Junkie Coop Pronto und Mac Donalds etwas Essen auftreiben… das Leben ist so was von hart, manchmal…!!! Mac Donalds ist an einem Sonntag Nachmittag so was von <die Hölle> und wer die Kids dort sieht, glaubt irgendwie schwer an die Zukunft von Musikclubs in der Berner Provinz… vor meinem Büro brettern teure Harley`s  durch die Allmendstrasse und die Sonne scheint lieblich über den Geleisen des Güterbahnhofes Thun…. Ich werde dich für immer lieben, wenn es uns in dieser einen Nacht… singt gerade Campino von den Toten Hosen im Song  UNSTERBLICH… Denn mit dir hab ich das Gefühl, dass wir heut Nacht unsterblich sind..!!!!  Romantisch.. wie Musik sein muss!! Hier ist es leider weniger romantisch… hier ist es voll realistisch, die kleinen Sorgen legen einem die Steine in den Weg.. ein weg gefressener Teller Spaghetti Bolo mit viel Speck und noch mehr Liebe gekocht, auf den man sich einen ganzen Tag freut.. einfach weg gefressen.. das ist Schock pur, weil die inneren Rezeptoren solange auf die Rückkehr dieses Geschmacks gewartet haben.. Horror. Gut, der Text wird besser, weil wütende Schreiber die besseren Schreiber sind als die Weichgespülten, ewig Versöhnlich sein wollenden.

DER HERBST 2010 BRINGT GUTE MUSIK IN DIE BERNER PROVINZ.
Das vorliegend Musikprogramm für den Oktober 2010, ist in der Tradition der Musikclubs gehalten.. ungeschliffene Perlen und weitere Schmuckstücke sind ab sofort wieder auf unserer Bühne zu hören und zu sehen.. die Bandbreite des Angebotenen ist bewusst breit gehalten.. Auf unserer Website WWW.MOKKA.CH kann man sich ein Ohr und ein Auge voll nehmen, so besteht die Möglichkeit die unbekannten Namen lange vor den Leuten in Bern und Zürich kennen zu lernen… was doch eigentlich recht cool ist, in der Zeit wo Schein wichtiger als Sein ist…  Unser Club ist von Mittwoch bis Sonntag für euch da, die Bar wird alle Tage von DJ`s beschallt und wie immer ist der Eintritt am Mittwoch, Donnerstag und Sonntag frei und am Wochenende ist er mit 8.- Fr. relativ Human. Die Konzerte fangen, der Zeit entsprechend, etwas früher an.. Freitag+Samstag um 21.00 Uhr, sonst um 20.30 Uhr. Tickets könnt ihr auf sucks@mokka.ch und auf 033 222 73 91 reservieren und Facebook ist immer noch kein Spielzeug für mich. Ich wünsche mir Gute und Schlechte Zeiten (GZ+SZ) aber bitte bessere als diejenigen, die wir hinter uns haben… Vorwärts gehen und der Krise ins Auge sehen!! Und noch etwas: Die neue WOZ, die Wochen Zeitung hat soeben mit viel Mut bewiesen, dass die Vorwärts Strategie positiv ist.. ihre Zeitung die jeden Donnerstag am Kiosk zu kaufen ist, kommt in einem wunderschönen Kleid daher und wird hier sehr empfohlen. JA, IST ES ETWA SCHON WIEDER OKTOBER.. HERR OBER ??? und: KULTUR IST EIN DÜNNER LACK, DER SICH DURCH ALKOHL LEICHT AUFLÖST. Weisheiten zum Oktober 2010… wir lassen sie so stehen.. und bevor wir gehen.. noch schnell küssen.. nicht weil wir müssen!

AUF EIN NEUES KAPITEL CAFE BAR MOKKA TRINKE ICH MIT EUCH EINE COCA…..
UND… EINEN SCHÖNEN HERBST WÜNSCHT EUCH EUER MC ANLIKER, LOKFÜHRER GRUBENBAHN MOKKA THUN

CAFE BAR MOKKA

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033 222 73 91
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