Freitag 06. April 2012

KONONO NO 1

AFRICAN TRIBAL BEATS AUS BRAZZAVILLE/KONGO

Es ist laut auf den Straßen Kinshasa. Sehr laut. Da hupen sich die rostigen Sammeltaxis ihren Weg frei, röhren überladene Lkw, kreischen heillos überdrehte Radios. Und doch kann es passieren, dass die Kakofonie plötzlich zu tanzen beginnt. Sich aus einem Hinterhof ein metallisch zirpender, schnarrender Takt in die Geräuschkulisse schiebt: das Kling-Klong von Eisenlamellen, donnernde Trommel-Chants, ein Bass-Brummen wie von einer Riesenhummel. Die Rhythmuswalze erfasst Passanten und spielende Kinder, einige wiegen sich in den Hüften, andere tanzen in kollektivem Taumel um die sechs älteren Männer im Zentrum der Klangwolke: Musiker, von denen jeder ein Lamellofon, eine Trommel, ein selbst gebautes Schlagwerk bearbeitet. Der Lärm schwillt mit der Kraft einer Naturgewalt an und ab. Trudelt wie ein Kreisel kurz vorm Umkippen. Was von Weitem wie Techno aus einem defekten Kassettenrekorder anmutete, entpuppt sich als das wunderbar kontrollierte Chaos eines Likembe-Orchesters. Likembe, so heißen im Kongo die aus den Blattfedern alter Autos zurechtgeschmiedeten Fingerklaviere. Bands wie KONONO NO 1 haben sie vor über vier Jahrzehnten aus dem Süden des Landes in die Neun Millionen Einwohner Metropole Kinshasa gebracht und haben sich elektrifiziert. Erst vor kurzem hat die westliche Pop-Avantgarde ihre Trancemusik für sich entdeckt. Und bejubelt die Likembe-Orchester als Techno Innovatoren, Bindeglieder zwischen Ethnokult und Moderne. Es ist die surreale Verstärkeranlage von KONONO NO 1, die die Magie, den ganzen Wahnwitz dieser Truppe ausmacht: Hinter den Musikern reiht sich ein halbes Dutzend noch von den belgischen Kolonialherren stammender »Lance Voix« Megafone, eine Wand von Schalltrichtern. Aus den überforderten Lautsprechern scheppern und sirren die Rückkopplungsschleifen, Wellen der Verzerrung, auf denen die Riffs der Fingerklaviere kreiseln wie die Insekten auf den Lehmpfützen neben der Bühne. Es ist uns eine grosse Ehre, diese sehr spezielle Band auf unserer Bühne begrüssen zu dürfen.

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