Freitag 14. November 2008

ETRAN FINATAWA

MUSIK AUS DER WÜSTE

Niger ist heute eines der ärmsten Länder der Welt. Kulturell zählt diese Region allerdings zu einer der reichsten des afrikanischen Kontinents, denn seit Jahrhunderten ist dieser Landstrich eine Kreuzung zwischen den arabisch geprägten Kulturen Nordafrikas und den subsaharischen Kulturen. In Niger leben elf verschiedene ethnische Gruppen, Viehzüchter oder Ackerbauern, Nomaden und Sesshafte. Unter ihnen die Fulbe- Wodaabe und die Tuareg, die auch heute noch zum Teil mit ihren Rinder- oder Ziegenherden durch die sahelische Savanne ziehen, immer auf der Suche nach  Wasser und Weide. Die Musikgruppe Etran Finatawa ist die Verbindung zweier Kulturen: Der Tuareg- und der  Wodaabekultur. Ihr Name bedeutet übersetzt: „Die Sterne der Tradition“. Die Gruppe besteht aus zehn Musikern, Tuareg und Fulbenomaden (Wodaabe) aus dem Sahelland Niger, die sich im Januar 2004 zusammen getan haben, um gemeinsam Musik zu machen. Inspiriert von den reichen Nomadenkulturen, entführen sie mit ihren Rhythmen den Hörer in die weite Landschaft der Wüste, des Sahels. Wie auf dem Rücken eines Kamels entdeckt der Hörer die bezaubernde Landschaft, durch die der Rhythmus der Schlaginstrumente in gleichmäßigem Takt trägt. In ihren Liedern besingt Etran Finatawa die Schönheit der Wüste, der Tiere und der Frauen. Sie sind sanft und voller Sehnsucht und voller Verehrung für ihre Kulturen. Sie singen von den guten Tagen, den Festen und den Herden, aber auch von Dürre und den vielen Veränderungen in ihrem Leben. Gekonnt verbinden sie traditionelle Gesänge mit modernem Arrangement. Auf natürliche Weise vermählen sie traditionelle Instrumente mit elektrischen Gitarren. Die polyphonen Gesänge der Fulbe werden mit Gitarren und traditioneller Perkussion instrumentalisiert. Die durchdringende Tuaregtrommel und das Klatschen der Hände gibt den Rhythmus an..  Die Gruppe aus dem westafrikanischen Sahel zeigt einmal mehr, dass Tradition und Moderne sich verbinden lassen.

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