Juni 2011

ZUVIEL IST ZUVIEL, STILLE FERNSEHER UND SONSTIGES ZUM SOMMER 2011

Up`s, bevor ich eine Krise bauen kann, sind schon die ersten Worte dieser Kolumne geschrieben und ich kann keinen machen auf Schreibstau und ohh, was schreibe ich diesmal für <die Alten>? <Die Alten> ist nicht etwa negierend, nein ältere Leute, zu denen ich laut dem Berner Oberländer Chefredaktor Bruno Stüdle auch schon gehöre, sind meine grössten Fans. Sie geben mir ein Danke, sie spenden mir Lob und sie treiben mich zu mehr schärfe in meinen Texten an. Alte Leute sind, natürlich durch ihr alter, langjährige Thuner Tagblatt Abonnenten, sind seit Dekaden dabei und merken eben noch, das heute der Journalismus nicht mehr das ist, was er nie war.. oder so. Ich bin soeben von der Gartenfeier zur Verabschiedung von Jimmy Gygax, dem scheidenden Chefredaktor dieser Zeitung, im Schloss Schadau, zurück, wo viel über Medien diskutiert wurde. Anwesend war die ganze Elite des Lokalen Journalismus, ein paar Politiker/innen und sonst noch so Spezies wie z.b. MC ANLIKER. Es war ein entspanntes Klassentreffen mit Blick auf einen wunderschönen, vom drohenden Sturm ganz aufgeregt grünem Thunersee, mit viel Wein für die meisten und Wasser für mich, da ich sont kaum mehr diese Zeilen in die MAC Tastatur drücken könnte. Es gab so komisch modernes <keitering>, Trendy wie es heute halt so ist. Lieber währe mir eine Schweinswurst vom Metzger Muster gewesen,  als mengen von Fisch, aus aller Welt angekarrt. Die gehobene Gastronomie hat leider auch noch nicht gemerkt das ein umdenken im Warenkorb bewirtschaften dringend nötig währe, weniger mehr währe und die Regionalen Produkte in Hülle und Fülle quasi vor der Türe stehen.

Gastgeber sein ist heute natürlich nicht mehr ganz einfach, der Kunde ist sich gewöhnt König zu sein auch wenn er in Badeschlarpen, mit dem Mobiltelefon am Ohr, also mit null Manieren und noch weniger Styl, auf dem Set erscheint. Nicht viele Menschen sind sich bewusst was hinter all dem wahnsinnigem Angebot steht und was es alles dazu braucht damit das Buffet gut bestückt ist. Gästen motzen heute herum, wenn im Club nach 3 Uhr Nachts vielleicht einmal eines der 50-80 angebotenen Getränke nicht mehr verfügbar ist, selber bringen sie aber nicht einmal kaltes Bier an ihrer Gartenparty zuweg. Fehlendes bewusstsein und unwissen der Konsumenten sind der Killer der Qualität, weil niemand mehr wirklich weis was gut ist, sind die Leute mit pseudo Qualitäten zufrieden und so können heute Gastronomen die sich gut verkaufen, mit Mitelmässigem Angebot ordentlich Verdienen.  Ansonsten ist aber die Gastronomie ein harter Boden und aus den vollen Tischen des selbstläufers Mühleplatz kann man nicht schliessen, das es diesm Gewerbe wirklich gut geht. Es gibt einfach zuviel von vielem…, es gibt zuviel Beizen, zuviele Detailhändler, zuviele Take Away`s, zuviele Autos und zuviel Hektik…. Die Qual der Wahl haben wir heute bei so vielen bereichen unseres täglichen Lebens… wenn sie ein Espresso bestellen, kommt immer gleich die gegenfragen: Ein Ferrari, eine dunkle röstung oder ein normales ..? Stehe ich in der Migros vor dem Regal mit Pflästerli, sehe ich vor lauter Auswahl nicht mehr, welches Pflästerli mir dann, wenn ich mir mit dem Schraubenzieher beim Lampe montieren die Handballe aufgemurkst habe, wirklich nützt… Vor lauter konfusion kaufe ich gar kein Pflaster, weil ich sicher zuhause noch welche finden werde.

Das Schamlose Überabgebot das pausenlos auf uns losgelassen wird, bewirkt bei mir z.b. eher verweigerung als das ich noch mehr kaufen würde. Der neue Aldi, der im Grabengut die Tage eröffnet wird, kann die nächsten 5 Jahre ruhig ohne mich auskommen müssen und beim Panorama Center in Thun Süd ist es genau gleich, das muss auch ohne mich als Kunde auskommen, ich hoffe das dies in den Kalkulationen der Detailhandels Strategen berücksichtigt ist….  Mir fehlt im moment auch ganz einfach die Zeit zum mitmachen bei der Shopping Orgie, steht doch noch viel arbeit an, bis wir am Mittwoch 20. Juli um 20 Uhr unser Sommer Festival AM SCHLUSS 11 (WWW.AMSCHLUSS.CH) starten und zuhause habe ich noch einen neuen Fernseher und eine Swisscom TV Box die ich vor Jahresende noch in Betrieb bringen will, obwohl dort dann auch wieder ein überangebot besteht… eines an Fernsehsender und ich im moment ohne Fernseher ganz gut lebe. Ihr merkt, auch der Anliker kauft sich manchmal Luxus und der Fernseher sieht wirklich schick aus mit seiner breiten, schwarzen Glasscheibe wo sich die Zimmerbeleuchtung so schön wiederspiegelt.. ein Bild das kein Fernsehsender der Welt senden kann.