August 2012

ZEITUNGSLEKTÜRE ALS TÄGLICHES BROT UND ANDERES.

Wer viel und regelmässig Zeitungen liest, ich meine richtige Zeitungen, die man im Briefkasten oder am Kiosk holen kann, wird mit sehr viel Material gefüttert, denn Papier ist geduldig. Leider ist in den letzten Jahren die Feinheit der Sprache im Journalismus verloren gegangen, und manchmal fragt man sich auch, wo die Korrektor/innen geblieben sind..? Aber Schreibfehler hin oder her, mit dem Zeitungslesen fügen wir uns täglich Informationen in grösster Dichte zu, deren Verdauung nicht immer gleich gut klappt und es bleibt auch nicht immer etwas zurück, zumindest vordergründig nicht. Wo all die Daten verschwinden, die wir uns da täglich zuführen, kann man sich ruhig fragen, das frage ich mich auch beim Löschen der Mails im Papierkorb meiner Mailbox. Riesige Datendepots müssen irgendwo hängen, denn für die liegende Variante fehlt uns hier schlicht der Platz. Einiges an Informationen bleibt aber in unseren Hirnwindungen hängen und beeinflusst unser Denken und Handeln, täglich.

In der Rubrik <Heute bin ich ein Star> im Blick werden Lastwagenfahrerinnen, Kioskverkäuferinnen, Floristinnen und sonstig werktätige Frauen als PinUp-Girls präsentiert. Zur Präsentation von Busen und Po gehört die Vorstellung von Susanne (24) oder Birgit (32) mit Fragen wie: Sex nicht nur im..? oder, Was darf nicht fehlen? oder ähnliches. Auffallend ist, dass alle Sex am liebsten im Freien haben.. Am Meer, im Wald, auf der Terasse von Cafe Bar Manis (zugegeben, da ist mir jetzt die Fantasie etwas durchgegangen) oder dann in der Sauna, im Fitness-Studio oder in der Gondelbahn..! Komisch, eigentlich müssten wir ja täglich irgendwelchen kopulierenden Paaren begegnen, was mir aber als 55-Jährigem noch nie passiert ist, und ich bin nicht wirklich kurzsichtig oder unaufmerksam. Gut, vielleicht arbeite ich einfach zuviel und mein Horizont ist zu eng und ich habe zuwenig Freizeit, um die Natur geniessen zu können, und wenn ich dann morgens um 2 Uhr frei habe, fahren keine Gondelbahnen mehr, im Wald ist es zu dunkel und die Saunas sind geschlossen. Aber Sie, liebe Leser/innen, sie gehen wandern, bewegen sich in der freien Natur und besuchen Saunas, also halten Sie die Augen offen.. denn es muss, sexuell, extrem abgehen in diesem Land.

Im TT vom Donnerstag, 16. August 2012, war die ganze Seite 2 dem abtretenden Kultursekretär der Stadt Thun gewidmet. Er war in seinem Interview so klar wie er in seiner Amtsführung war und gleich abgehoben wie man für diese Jobs sein muss. Den neuen Job, den er sich für seinen Altenteil geholt hat, der Mann ist ja auch schon 44 Jahre alt,  ist noch etwas abgefahrener als die Führung des Amtes für Kultur der Stadt Thun. Ganz verwirrt wurde, wer den Erklärungsversuch der Journalistin Heinerika Eggermann Dummermuth im kleinen Balken zu verstehen versuchte. Vielleicht bin ich einfach zu schlecht gebildet mit 9 Jahren Primarschule im Gotthelf-Schulhaus und einer Maurerlehre und das alles in den 70er Jahren, wo man lieber Sachs-Töffli frisierte als für die Schule lernte.. wozu auch, damals gab es ja noch keine Stabsstellen zu besetzen, wo man hochgeistig daher reden musste. Philippe Burkhard hat aber im Interview etwas Wahnsinniges gesagt und das ist mir total hängen geblieben: Der Schadaupark wird unterschätzt… Es ist ein einmaliger Ort dem man in Zukunft noch mehr Wert beimessen muss..!!!! Yeahhhh..!!! Wir verbeugen uns und freuen uns ab soviel Klartext.

Mein persönliches Sommer-Highlight war die Pressemeldung, dass der Gemeinderat der Stadt Thun die Schadau-Gärtnerei kaufen oder zurückkaufen will. Ich habe den Damen und Herren Gemeinde räte/innen eine Gratulations-Mail geschickt und sie aufgefordert, im Namen der Kinder dieser Stadt extrem hart zu kämpfen und dementsprechend zu verhandeln. Es muss einfach so sein, dass dieses Gebiet mit dem Schadau-Park als Ganzes erhalten bleibt, damit auch noch der Generation, die heute in den Pampers steckt, ein Restgefühl für urbane Freifläche bleibt. Für die Nutzung der Schadau-Gärtnerei hätte ich einen genialen Plan im Kopf, etwas mit Hand, Fuss und Herz, geräuschlos, nachhaltig und mit extremer Zukunftschance, etwas, was viele Bürger/innen dieser Stadt ansprechen würde und Thun zu einer Touristen Attraktion erster Güte verhelfen würde, und dies ohne Schaumschlägerei und ohne leere Versprechungen. Dass ich diese Idee hier nicht einfach so deponiere ist klar, denn gute Ideen sind heute selten und der Geheimerat der Stadt Thun kann ja einfach nachfragen und sie wissen ja wo mein Haus wohnt.