Oktober 2016

WORTE IN NEUER TYPO, VON EINEM FAST ETWAS EUPHORISIERTEN MC ANLIKER. DIE <30 JAHRE SEXY-MOTHER-FUCKER TOUR> IST NOCH LANGE NICHT ZU ENDE.

ALLES KOMMT GUT UND ANDERES ZUM SAISONSTART 2016-2017!

Die letzten Tage vergingen hier im <Digital-Rausch>. ich konnte fast nicht mehr aufhören mit meiner Arbeit, mehr dazu später, obwohl draussen das wunderbarste Herbstwetter strahlt. Aber vor einem Konzert-Saison-Start kann man nicht zu viel loslassen, nein, es braucht eher eine harte Linie mit sich selber und die kann ich zum Glück im entscheidenden Moment hervorholen. Es hat ja auch so etwas Trainingslagermässiges, sich bewusst werden, dass schon in ein paar Tagen ein anderer Wind wehen wird. The Show must go on, MC!

Ich hatte in der Zeit nach dem Festival <AM SCHLUSS 16>, dazu vielleicht noch später ein paar Worte, relativ viele Ruhephasen eingeschaltet, so viele wie in keinem Sommer seit 1998… und das tat mir wirklich gut. Zum Teil wurde ich durch meinen Körper dazu gezwungen – dazu gibt es nicht mehr Informationen – aber auch das Bewusstsein, dass ich definitiv nicht mehr zwanzig bin, hat mich dazu verführt. Es waren schöne Stunden mit meinem Schatz in der Schadau, mit Lesen und Baden im Thunersee.

Es wurde mir wieder einmal sehr bewusst, wie relativ eigentlich dieses Nachtleben ist und wie privilegiert wir sind, an einem solchen Ort leben zu dürfen. Im Park darf man dann aber Folgendes nicht vergessen: Nämlich, dass die Stadt Thun die Rückgestaltung des wunderschönen Schadauparkes in die Zeit der Gründer, also in die Zeit vor 200 Jahren, wo ein paar Adlige ab und zu durch diesen Park spazierten und über die Vermehrung ihres Reichtums nachdachten, immer noch im Hinterkopf haben. Sie denken dabei an grossflächige Ausholzungen, damit man den See wieder sieht. So ein Scheiss! Diesen Sommer äusserte ich mich in einer TT-Kolumne mit diesen Worten zum Thema Sommer-Baden und Schadaupark: «Der Einstieg in den See, vorne beim Hotel Seepark, ist nun wirklich eine Schande für die (selbsternannte) zehntgrösste Stadt der Schweiz! Bevor man in das Wasser steigen kann, muss eine Mauer ohne Absenkung überwunden werden, dann führt eine 40 cm breite Steintreppe, der mittlerweile schon zwei Tritte fehlen, ins Wasser – irgendwie schon fast beschämend. Es kommt mir vor, als ob das jahrzehntelange Badeverbot im Schadaupark immer noch in den Köpfen der verantwortlichen Behörden-Mitarbeiter/innen eingebrannt ist, oder dass man den Besuch des Strandbads Thun fördern will. Ich könnte es auch noch böser schreiben: Die Chefbeamten und die Politiker dieser Stadt bewegen sich mittlerweile in Lohnklassen, die so weit von uns normal Verdienenden weg sind, dass auch das Baden im Thunersee für sie keine Option mehr ist. Wie auch immer, es wäre an der Zeit, diese Sache vor Ort einmal anzuschauen und dann etwas Geld – das nämlich definitiv vorhanden ist – in die Hand zu nehmen und damit das Fussvolk, das die Firma <Stadt Thun> finanziert, etwas glücklicher zu machen. Ein Bad im Thunersee, von der Schadau aus, mit dem ganzen, majestätischen Alpenpanorama vor sich, ist nämlich definitiv <grösstes Sommerkino>. Yeah!» und Ich würde diesen Text noch heute, im September 2016, genau so schreiben.

 Auf der Hut muss man sowieso immer sein. Die gutbezahlten Mitarbeiter/innen dieser Stadt hecken immer wieder Dinge aus, die zwar teuer sind aber vielfach <ä füechte Schissdräck wärt si>. So fuhr ich heute von der Waisenhausstrasse Richtung Heilsarmee-Güterbahnhof auf die Kreuzung Pestalozzistrasse zu, die diesen Sommer für über 1 Million Franken (nicht Kroatische Kronen) saniert und sogenannt verkehrsberuhigt wurde. Kein einziger Autolenker auf der Pestalozzistrasse machte Anstalten, langsamer zu fahren oder anzuhalten. So eine Scheisse! Zudem habe ich die Gestaltung der Kreuzung anders im Kopf: Waren da nicht farbige Flächen geplant, war die Mitte nicht höher gedacht? Waren da nicht Bäume eingeplant? Teuer fand ich es immer… Bei mir zuhause hat unser <neuer> Nachbar einen Gartenpavillon gebaut, zusammen mit einem – seiner Meinung nach – hypen Wohnhaus, bei dem sich die Gemüter, seit das Haus steht, nicht wirklich beruhigen. Der Pavillon hatte in den Planungsunterlagen Oberlichter und das Dach sollte begrünt werden, mit Wildwiese – aber nichts von dem. Der Klotz steht massiv, ohne Oberlichter und mit Rot bekiestem Dach im Garten, einfach so!

Nun will das Stadtplanungsamt der Stadt Thun die Vorgärten der Liegenschaften Allmendstrasse 16 (Alpenrösli), 14 (CAFE BAR MOKKA) und 12 (Wohnhaus) auf den Stand von 1924(!!!) zurückführen. Hueregeil! Dazu soll das ganze Grün, alle Hecken und Bäume und vor allem der grosse Baum vor dem MOKKA, liquidiert werden. Die Hauseinfahrten würden neu geregelt und die Vorgärten dann mit Beton-Sockelmauern und Zäunen ausgerüstet und locker mit irgendwelchen Blumensträuchern bepflanzt werden. Unsere Werbetafel, die Masten für die Girlanden und Fähnliketten müssten weichen und in den Vorgärten dürften keine Saurier, Papier- und Karton- Container mehr stehen, nein, es müsste dann clean sein, so wie es eben nur auf Plänen sein kann. Jahrzehntelang hat sich kein Schwein gekümmert, was hier genau geht und vor kurzem hat man zugelassen, dass die Credit Suisse so einen potthässlichen Kasten in der Länge von fast 100 Metern an die Allmendstrasse stellen durfte und die Strasse selber wurde zu einer Rennstrecke gestaltet, wo jetzt nächtelang irgendwelche Idioten ihre Schwanz-verlängerungen abdrücken. ich warte auf den Moment, wo jemand zu Schaden kommt. Wir werden uns gegen dieses unsinnige Projekt wehren und eventuell Euch dazu brauchen. Alles klar?!

Also nun noch etwas zu meinem <Digital-Rausch>. Ich habe in den letzten Tagen die gesamte Printwerbung von CAFE BAR MOKKA einem <Relaunch> – wie man heute so schön International sagt – unterzogen. Jawohl! Eine neue Schrift, mein neuer Programmsatz und (at least!) ein digital produziertes Programmheft! Whau, das hat Adrenalin ausgeschüttet. ich kam mir vor wie ein Kokser, nur eben mit dem besseren Resultat!

Wenn man so manche Jahre dieses Heft mit Papierausdrucken, Schneidmaschine, Leimstift und Montagefolie zusammengebastelt hat, ist das schon eine Art Revolution oder vielleicht gar Evolution? Zur Zeit der Niederschrift diese Textes (Mittwoch, 7. September 2016) habe ich das Heft als gesamtes noch nicht gesehen. Morgen werde ich wohl das PDF als GZD (Gut zum Druck) auf meinem Compi ansehen können. Erst wenn ich es dann in echt, auf Papier gedruckt in den Händen habe, werde ich es lieben, oder nicht. Eine gäh!

Alles hat natürlich mit den omnipräsenten 30 Jahren zu t(h)un: <MOKKA ON SEXY-MOTHER-FUCKER TOUR 1986-2016>, die ja ab November 2016 zu feiern sind! Keine Angst, wir mieten nicht das Zelt vom Zirkus Harlekin, nein, wir bleiben unserem Club treu und werden hier die Zukunft angehen. Aber noch mehr haben die radikalen Änderungen mit unserer neuen Website WWW.MOKKA.CH zu tun, die am Donnerstag, 15. September 2016 auf Sendung gehen sollte. Eine wirklich wunderbare Zusammenarbeit mit jungen Webgrafikern und Programmierern der Firma <Seerow> aus Solothurn, die mich richtiggehend beflügelt hat. Und weil wir für die neue Site auch eine neue Schrift kauften, war es naheliegend, jetzt, zum Start unserer 30. Konzertsaison, alles in einem Guss zu präsentieren. Wir haben nun unter <SHOWS> ein Archiv, das ab 1997 alle Shows auflistet und ab 17. September 2004, dem Start unserer alten Homepage, alle Shows mit Text, Bild und Sound präsentiert. <Ready to check it out!> Auch ein Text-Archiv gibt es unter <MC WORLD>, mit Vorwörtern ab 2000 und TT-Kolumnen ab 2007. Alles natürlich noch ausbaubar. An dieser Stelle möchte ich Gabriel Anliker für seine langjährige Betreuung der Website ganz herzlich danken. Die Site war ein Bombenwurf und hat uns viel Spass bereitet. Herzlichen Dank auch an David Karol, der die letzten zwei Jahre die Site betreut hat.

Die 30 Jahre CAFE BAR MOKKA haben überall Spuren hinterlassen. Die Stadt Thun verleiht mir, MC ANLIKER, anfangs November 2016 den THUNPREIS für mein langes Durchhalten und die wichtige Arbeit, die ich für die Stadt geleistet habe. Das nehme ich natürlich sehr gerne an. Merci tuusig! Die Feier ist nicht öffentlich, aber anschliessend feiern wir im Club weiter. Dazu Ihr seid ihr herzlich eingeladen! Dienstag, 1. November 2016, ab 21.00 Uhr im Club, die Getränke sind offeriert. Ehrensache! Ich freue mich auf Euer Erscheinen!

Ja, liebe Leserinnen und Leser dieses Textes, nun fangen wir ja wieder mit unseren Konzerten an. Das vorliegende Programm ist MOKKA-typisch, viel schöne Musik bis zum Jahresende, natürlich in der Hoffnung, dass Ihr dabei seid, denn ohne Publikum ist es manchmal und sowieso auf Dauer eher schwierig. Alles bleibt wie es gut war, aber ab September 2016 öffnen wir die Konzert-Kasse freitags und samstags um 20.00 Uhr, dienstags, donnerstags und sonntags um 19.45 Uhr. Dies als Aufwertung und Bekennung unseres Konzertbetriebes! Es gibt ja zum Glück ganz viel Beständiges in meinem Leben und im Leben des Clubs, immer wieder gerne lese und sehe ich den alten Spruch: <KULTUR IST EIN DÜNNER LACK DER SICH DURCH ALKOHOL LEICHT AUFLÖST>. Er ist halt so was von wahr!

Aber nicht alles ist beständig. Am 29. Oktober 2016 beendet unser Gastro-Profi Mike Grimm seinen Job bei uns. <Lieber Mike, ich danke Dir von ganzem Herzen für die Jahre bei uns und wünsche Dir nur das beste für deine Zukunft und hoffe, das wir Dich als DJ in unseren Reihen behalten können!> Sein Abschied feiern wir eben mit einem DJ-Set mit Mike Gyver (Mike), Ian Capitalism – der an diesem Tag seinen Geburtstag feiert – und Louie Bronson. Ihr seid dabei!

Noch kurz zum Festival <AM SCHLUSS 16>: Es war eine schöne Geschichte, wirtschaftlich nicht so erfolgreich wie im Jahr vorher, aber wir bleiben dran… versprochen!

Was bleibt, bleibt! Oder: Ein Taucher, der nicht taucht, taucht nix!

Ich freue mich extrem auf alles was noch kommt, auf die grossen, schönen Geburtstags-Torten und die herzlichen Worte von Euch!

KEEP ON ROCKIN! EUER MC ANLIKER MASTER OF CEREMONIES CAFE BAR MOKKA THUN!