Mai 2004

Eine Insel die fest in der Brandung steht oder wie ein unscheinbares Haus die Politik beeinflussen kann…. Ein Märchen aus der Provinz…….

Dem gelben, von einem wilden Knöterich eingewachsenen und von diversen anderen Pflanzen halbverdeckten, ehemaligen Wohnhaus, an der Thuner Allmendstrasse, sieht man eigentlich das subversive Potential nicht von Weitem an. Eher würde man in einem solchen Haus, an dieser unwirtlichen Ausfallstrasse, die <Leche Liga> oder die Geschäftsstelle <der Dargebotenen Hand> erwarten…. Doch beim genauen hinsehen, sieht man dann schnell einmal kleine Ungereimtheiten, die doch sehr erstaunen, beim ersten entdecken…. Da steht doch in halbmeter grossen Buchstaben das Wort <Respect> auf dem Asphalt des Zuganges, da lugt ein junger Dinosaurier aus dem Gehölze und mächtige, haushohe Bambuspflanzen stiften noch mehr Verwirrung. An der Strasse ist eine grosse Plakatwand auf der immer Plakate mit so exotischen Namen wie –> Pambanizza Cirkus, Asian Underground Collectiv, Weakerthans, Die Happy, Gustav und das Scherben Orchester, Sevara Nazarkhan die Pop Queen from Zentralasia und sonstig kaum verständliches, steht. Über der ganzen Szene schwebt ein richtiges Ruderboot mit einem technoid dreinschauenden Mann in der Front und einer Sience Fiction Prinzessin auf dem Rudersitz… Das Boot zeigte, lange bevor Alinghi in aller Leute Mund war und die Schweiz zu einer vermeindlichen Seefahrernation wurde, auf, dass die Stadt Thun am See liegt und wir doch alle diese Sehnsucht nach Schiffen und Hafen haben…

Wer den Eingangsbereich überschritten hat, der kommt aus dem Staunen kaum mehr heraus… Dieses Haus ist ein kleines Weltwunder! Vom Garten, wo im Sommer beim legendären <Mokka Summerdance> DJ’s bis halb vier Uhr Morgens spielen, als währe dieses Haus an der spanischen Mittelmeerküste, kommt man in einen Eingangsbereich wo das Licht schöner ist als im <Cirque du Soleil> Zelt. Wer offenen Augens und offenen Geistes diese Insel betritt, wird sich bald auf einem falschen Planeten wähnen und fragt sich warum er dieses Haus erst jetzt entdeckt hat und wie lange es dieses Haus wohl schon gibt. Café /Bar Mokka, Allmendstrasse 14, 3600 Thun, Telefon 033/822 73 91, Fax 033/ 223 39 00, E-mail: sucks@mokka.ch und Website: www.mokka.ch ist ein seit 1986 erfolgreich bestehendes Kultur und Begegnungszentrum, das sich vor allem durch die Förderung junger Künstler/innen und durch sein, konsequent druchgezogenes, Programm und als <Open Minded House> einen Kultstatus erarbeitet hat. Werbewirksame Slogans wie: Fuck this Town… Musik ist Scheisse… Und Livemusik ist laut, unattraktiv und wirtschaftlich schon lange nicht mehr tragbar… haben den Club den Rest an Berühmtheit gegeben und so kennt doch heute die ganze Schweiz und die halbe Musikerwelt diesen Club mit der weltweit schönsten Künstler Garderobe…. (eine Auszeichnung die das Mokka schon diverse Male erhalten hat) neben der filigranen, in die kleinsten Detail gehende Innenausrichtung ist auch die exotische Mischung des Personals augenfällig und was angenehm auffällt ist ihre Freundlichkeit und die Offenheit mit der sie ihre Gäste bedienen.

Cafe Bar Mokka ist seit 1986 eine Insel, ein eigenes Gesellschaftssystem und vor allem ein eigenständiger Planet. Auf der Clubbühne spielen jährlich ca. 150 Acts, im Garten und in der Disco Legen ca. 680 DJ’s ihre Vinyls und CD’s auf…. Seit gut 10 Jahren ist Mokka eine Adresse für moderne Dancefloorkultur und viele Cracks haben in ihren Anfängen in der Mokka Kellersauna aufgelegt. Weißt du noch… der Rony Size, die Mojo Club Chefs, der Hullkonen, der Trüby, Nelson Dilation, die Soul Jazz Label Gründer aus London, DJ Ruf, Laurent Garnier und weitere Plattenspieler Chef’s und leider immer noch zu wenig Chefinnen…..

Aber immer auch die Gammas aus Interlaken, der Stefano Marrone, der Dänu Schärz, der Wenger Urs aus Thun, die alten Hip Hop Veteranen Erik und sein Kumpel Jeff und immer auch Oli Hofer, der als langjähriger Booker und Transmitter die Hauptschuld an der Installation dieser legendären Dancefloor Kultur trägt.

Café/Bar Mokka ist und bleibt in Bewegung…. Immer stark im Wind und gegerbt von so manchem Sturm… einem Ozeandampfer gleich zieht dieses alte Schlachtschiff eine gerade Linie durch die wilden Wellen der schnelllebigen Vergnügungsmeere, immer daran denkend, das der Weg das Ziel ist und sein muss…. Wer so einen langen Weg hat, muss ein grosses Ziel haben!!!!

Eine reguläre Konzertsaison dauert von Mitte September bis Mitte Juni, in dieser Zeit ist der Club von Mittwoch bis Sonntag ab 20 Uhr geöffnet.

Das Sommerprogramm präsentiert, in zwei Blöcken, ein DJ Programm, in Disco und Garten. Im Sommer ist der Club Donnerstag bis Sonntag ab 20 Uhr geöffnet. Mittwoch bis Samstag ist bis 03.30 Uhr geöffnet, oder je nach Besucherzahlen…. Am Sonntag ist das Patent auf 00.30 Uhr beschränkt, weil die Obrigkeit findet, dass die Leute am Sonntag früh ins Bett gehört, damit sie am Montag fit sind zum arbeiten….

Liebe Grüsse MC ANLIKER

Liebe Traktorfahrer/innen, liebe Leserinnen, liebe Leser

Ihr werdet Euch wundern über diesen Text, werdet denken, ‚Hey Mann, was söu das…?’ Das wüsse mir ämu scho lang… man… Ich habe den Text für ein CD-Booklet geschrieben, im letzten Herbst, und mit gefällt er sehr gut und wahr ist er auch.  Ich bin im Moment ziemlich unter Druck und habe mich erfrecht, einen Sample zu brauchen…

Klar werden immer noch Drogen verkauft bei uns… Aber schaut unser Mai Programm genau an!!!

Einen schönen Frühling mit allen Feinheiten und etwas geistigem Inhalt wünscht Euch Euer:

MC Anliker

Monster of Ceremonies Mokka Thun

Master of Pulp Bar Culture

Master of Reality