Oktober 2002

Ein Frühherbsttag erster Güte und eine gute Bilanz über den Sommer 02. Und… Konzerte gibt es wie immer in vielfältiger Art und Weise in der Hoffnung auf Euren Besuch!

Es muss schon fast als Ehre betrachtet werden, an einem so schönen „Coiffeur-Sonntag“, bei angenehmen 24 Grad Lufttemperatur, auf dem Balkon einer schönen Mietwohnung, an der Sonne zu sitzen, die Miete bezahlt… und der <Latte Macciata>, ohne 20 Minuten Wartezeit, dampfend auf dem Balkontisch und den „Pentel Sign-Pen®“ in voller Ladung vor mir… einen Text für das Programmheft des Thuner „Kampfkiffer Stüblis“ und Kulturlokals Café/Bar Mokka zu schreiben.

Ich muss hier wohl noch schnell den Begriff Coiffeur-Sonntag erklären, weil sicher viele von denen, die diese Zeilen lesen, schlicht und einfach nicht mehr wissen, was ein „Coiffeur-Sonntag“ ist… Für die Zielgruppe unserer Werbung, gibt es ab Januar 2003 unser gesamtes Programm jeweils als MP3 Datei in Rap-Form zum runterladen (Downloading, you understand…?) dies nur zwischenbei bemerkt… „Coiffeur-Sonntag“ ist natürlich am Montag, weil früher am Montag Coiffeursalons immer geschlossen hatten, und so die blonden Coiffeusen immer am Montag mit den weisshaarigen, pensionierten Sekundarlehrern am Wierihorn am Skifahren waren… aber wie gesagt, das ist schon lange, sehr lange her, in einer Zeit, als es am Wierihorn / Diemttigtal noch Naturschnee gab und Skipisten noch zum Skifahren gebraucht wurden und Skifahren noch etwas mit Meditation, Freiheit, Sport (welch wüstes Wort) und Natur zu tun hatte…

Gestern war The Final von Mokka Summerdance Vol.2 und somit Ende der Sommergartenbeiz Saison. 10 Wochen dauerte dieses Showcase oder Langzeitevent… Eine Zeit, die sehr schnell vorbei gegangen ist… Sommer 2002! Was war das?? Wirtschaftlich war es definitiv zuwenig attraktiv, zu viele Marktanteile mussten wir in den letzten zwei – drei Jahren an die Riviera-Gastroscene abgeben und auch innerhalb unseres  Inselgartens, eine nicht immer so leicht zu verkraftende Tatsache… Inhaltlich und betrieblich gesehen waren aber die beiden Summerdance Blöcke eine Bombe! Erstmals konnten wir mit zwei Gastro-Chefs arbeiten, war für alle beteiligten eine grossartige Erfahrung war. Technisch hatten wir praktisch „null Problemo“ quasi ein Geschenk des Himmels… auch auf der menschlichen Seite war es sehr gut gelaufen, <Maximum Respect>. Die ganzen Wochen kam es zu keinen, uns bekannten, Tätlichkeiten, auch Vandalismus hielt sich in kleinsten Grenzen, ausser diese Glasschneider Fuzzis, die mittlerweile alle erreichbaren Spiegel in unserem Club verkratzt haben… Nur, diese Babys wissen aber irgendwie, dass wir sie krass demontieren werden, falls wir sie mal ertappen… Bubies… Ihr könnt ruhig schon mal in die Hosen scheissen, quasi präventiv… Das Wetter war diesen Sommer auch gar nicht so schlecht, wie sein Ruf… so dass wir nur an 5 Abenden im Juli unsere Zelte brauchten…

Wir sind aber trotz der guten Bilanz froh, dass diese Geschichte vorbei ist, wie immer, wenn etwas Gutes im Guten beendet werden kann… Der einzige Wermutstropfen, war dieses Soundgardenfestival, wo wir den erhofften Gewinn in den Sand gesetzt haben… Was uns nicht wirklich gelegen kam. (Regen!) Im Grossen und Ganzen können wir aber stolz sein, eine solche Bilanz ziehen zu können und ich denke auch, dass wir den Übergang in die „wirtschaftliche Realität“, sprich kleineres Umsatzvolumen bei gleicher Leistung, geschafft haben… das Rezept heisst Kostenkontrolle und flexibles Teilzeitpersonal. Ihnen allen gehört auch unser Dank, ihnen und den vielen DJ’s und She-DJ’s, den Gärtner/Innen aus Hünibach, den Mitarbeiter/Innen der Druckerei, die die Plakate so schön gedruckt haben und maximum Respect geht an Basil A., der die beiden Plakate entworfen und ausgeführt hat. Und nicht vergessen… Die Getränkelieferer! Ihnen allen = Merci vielmal!!

Für uns kommt jetzt wieder die arbeitsreiche und mit grossen finanziellen Risiken verbundene Konzertsaison, die ohne Unterbruch bis Juni 2003 dauern wird… Ein reichhaltiges Programm startet am 25. September mit dem Besuch des Reimewunders MC René, der mit seinem Charme immer wieder das Publikum erfreuen kann. Das Oktober-Programm ist fast eine Art „Bärner Platte“. Ganze 6 Bands, aus verschiedensten Musikstil-Richtungen, werden in diesem Monat auf unserer Bühne stehen, mit neuen CD’s und neuen Programmen im Gepäck.  Einheimische Musiker präsentieren wir neu unter dem Label <Fuck This Town Special> und mit dem Label: <Mitternachtsmusig = Fr. 10.- > haben wir etwas sehr kundenfreundliches anzubieten. Für einen Eintritt von Fr. 10.- bieten wir einen speziellen Act nach Mitternacht an, in diesem ersten Fall ist es eine Kapelle aus der jamaicanischen Hauptstadt Kingston. Stanley Breckford ist eine bestandene Musikerlegende der mit seinem Jamaica-Rhumba oder Ur-Reggae namens Mento seit 40 Jahren auf Bühnen auftritt. Das Durchschnittsalter der Band ist bei 57 Jahren… Ein musikalischer Geheimtip und die ersten Konzerte in Europa für Stanley Breckford & Band und das einzige (wie es heute aussieht) in der Schweiz.

Cool Man / MC, das hast Du gut gemacht… yes… Sir…!

Gut, Konzerte kosten dann wieder Eintritt und unsere Kassenleute müssen sich dann wieder bis zum abwinken mit blöden Sprüchen zudecken lassen… Das alte Spiel ist eröffnet…! Wer weiss…?? Vielleicht ist es ja dieses Jahr anders und alle Leute sind plötzlich musikinteressiert und merken, von selber, dass wir ja sehr günstig sind und Shows bei uns meistens gut sind und auch immer wieder interessante Künstler/Innen zu hören sind… und vielleicht wird weniger gekifft… werden weniger teure Programmhefte, wegen einem Jointfilterli, zerrissen… Vielleicht wird plötzlich nicht mehr auf den Boden gespukt… und der Umganston zwischen unseren Gästen wird, noch, sanfter… Und vielleicht, und vielleicht…

…Hör uf MC, Du hesch ja ä Sunnestich… Du spinnsch ja… Du aute Utopischt… Du Tröimer…!!

Liebe Leserinnen, liebe Leser, es hängt letztendlich von Euch ab, wie lange es in Thun noch gute Musik geben darf…

Support your Local Music-Club…!!  Auf einen schönen und glücklichen Herbst 2002 hebe ich das Evian-Fläschli

Keep on Rocking!  Euer stets parater:

MC Anliker

Master of Dreaming on a Haircutter-Sunday Afternoon

Master of Liking the Autumn Time more than other Yeartimes

Master of Walking 18 Hours a Day in the Killer Rock’n’Roll Boots