Oktober 2014

DER <INDIAN SUMMER> ZUM HERBSTANFANG… EIN PAAR GEDANKEN ZUR AKTUELLEN POLITISCHEN WELTLAGE… UND… WIR SIND AUCH EIN KONZERTLOKAL…!!! MC ANLIKER ZUM SEPTEMBER-OKTOBER 2014 PROGRAMM VON CAFE BAR MOKKA…!!!

Indian, Indian Summer.. Indian, Indian Summer… diese wunderschöne Textzeile, hingehaucht über den Sound einer Mandoline… so schön, dass einem die Haare zu Berge stehen, kann auf unserer Website unter <Programm> Sa. 27. September 2014, HORA BAND angehört werden… mir rotierte dieser Song tagelang im Kopf… es war kalt draussen, es hat gepisst und ich konnte dieses Geräusch von Wasser, das aus Tausenden von Metern auf die Erde fällt, schon längst nicht mehr hören… wir hatten Sommerprogramm und im Garten war es nass und kalt wie im November… mich machte es nahezu depressiv… und immer: Indian, Indian Summer im Ohr… Und nun, ein paar Tage später, haben wir plötzlich Indian, Indian Summer..!!! Heute Sonntag 7. September 2014 ist es wirklich Sommer. Der Weg von zuhause in den Club, reichte schon, um das frische Sommerhemd nass zu schwitzen und nun sitze ich vor der Tastatur meines Mac’s und schwitze immer noch… Geplant war ein Büro-Regen-Sonntag. Die Werbung für die kommende Konzert-Saison 2014-2015 muss produziert werden und die Saison fängt in 10 Tagen an…!!! Theoretisch könnte man heute in den 17 Grad warmen Thunersee Baden gehen… das war ja der ganze Scheiss-Sommer lang fast nicht möglich, aber das habe ich mir halt nun abgeschminkt… The Show must go on!!! das weiss ich schon seit ewig und da muss ich durch… da gibt es keine Ausrede!!!

Die Welt da draussen spielt verrückt, kriegerische und kriminelle Handlungen wohin man schaut, die Zeitungen sind voll von Schreckensmeldungen, im Fernsehen wird es nicht anders sein, aber Fersehen tue ich mir schon seit geraumer Zeit nicht mehr an… Viele Radiosendungen dieses Sommers gedenkten dem 1. Weltkrieg, der mit einer Rekord-Toten-Bilanz in die Weltgeschichte einging. Wenn man sich die Entwicklung bis zum Krieg anhörte, kam einem das nackte Grauen hoch… die Parallelen zu der politischen Entwicklung wie wir sie heute haben, sind verplüffend. Dann kamen immer mehr Horrormeldungen über die Barbaren der IS aus Syrien, Irak… und es wird immer klarer, das wir hier in der Festung Europa und noch mehr im Goldenen Käfig Schweiz demnächst massiv von dieser Entwicklung im Nahen Osten und in Afrika betroffen werden. Wir als Club führen seit Monaten, ungewollt, einen Kleinkrieg mit 3 sehr renitenten Asylbwerbern aus Somalia, einem kleinen Land am Horn von Afrika, das schon längst keine Staats-Strukturen mehr hat und somit niemand mehr dorthin zurückgewiesen werden kann. Die Jungs haben seit Monaten bei uns Hausverbot, weil sie immer unser Personal und Gäste belästigten, bedrohten und z.T. massiv gewalttätig waren… Mich als Chef bedrohen sie regelmässig, drohen das Haus anzuzünden, mich zu töten, Gäste zu töten und sowieso… Wir rufen seit Wochen regelmässig die Polizei auf den Plan, wenn sie wieder auftauchen.

Der eine der 3 jungen Männer führt sich am Bahnhof Thun wie ein König auf, er hat viele schweizer Einzeller als Groupies und wurde von der Polizei in den letzten 15 Monaten gegen 200x eingepackt, zum Teil nach Steffisburg gefahren, wo er mit 10-12 Asylbewerbern in einem Abruchhaus wohnt. Sicher wird das Haus von einem SVP-Wähler den Sozialdiensten Steffisburg zu einem horrenden Betrag vermietet… (geschätzte 10-12x Fr. 500.-…, was ein guter, aber realistischer Ertrag für diese Bruchbude wäre) Die Somalier sind sowas von <äm Tüüfu abem Charre gheit> und wir alle sind machtlos und machen höchstens die Faust im Sack und hoffen, dass sie nicht kommen und selbst ich, bin ich am Wochenende Abends in der Nähe des Bahnhofes unterwegs, mache einen Bogen um die Orte, wo sich die Jungs zuhause fühlen… Zu Hoffen wäre, das sie innerhalb der Unterwelt einmal einer Maffia-Combo aus dem Balkan oder aus Russland  in die Hände laufen, die dann keine Berührungsängste kennen… Der Traum vom Zaubertrank aus Asterix & Obelix träumte ich auch schon… In Zukunft ist es möglich, dass hunderte von kriegsgeschädigten und traumatisierten jungen Männer aus dem Nahen Osten und Afrika hier leben werden… Auch ich habe kein Rezept anzubieten… tut mir leid, trotzdem schäme ich mich für Schweizer wie meinen ehemaligen Lehrlings-Kollegen Adrian Amstutz, der als Stratege der SVP die Null-Toleranz für Flüchtlings-Hilfe fordert…!!

Aber, warum ich an einem der schönsten Altweiber-Sommer-Sonntagnachmittage seit Menschen-gedenken, statt im Schadaupark hier an der Allmenstrasse in meinem Büro sitze, ist: Wir wollen, dürfen und müssen unser aktuelles Musik-Programm verkaufen…! Vor jedem Konzert-Saisonbeginn steht man irgendwie vor der gleichen Situation… man befindet sich im luftleeren Raum, hat wenig bis keine Anhaltspunkte wie es kommen wird mit dem Besuch von Konzerten in den nächsten Monaten… Die Bäuerin, die im Sommer jeweils <z’Alp> geht und dann nicht auf dem Thuner Wochenmarkt präsent ist, hat jeweils vor dem 1. Markttag Alpträume… sie träumt davon, dass keine Kunden kommen werden und sie auf der ganzen Ware sitzen bleibt…. nun, ihr geht es dann sehr schnell gut und schon am 1. Markttag ist alles wieder so, wie es sein muss… nur eben, Alpkäse ist wesentlich einfacher zu verkaufen als Live-Musik!!!! Das vorliegende Programm bis Ende Jahr ist mehr als amtlich.. es ist abwechslungsreich und aktuell, die Tradition einer dichten Programmation haben wir beibehalten. Auf WWW.MOKKA.CH ist das Meiste schon hochgeladen und man kann sich die Vorfreude abholen. Wir wissen, dass die real gespielte, nah erlebbare Musik Zukunft hat, aber die Menschen sind noch nicht abgefuckt genug, noch zu wenig Zombies…!!! Wir brauchen noch eine Zeitlang Durchhaltevermögen, bis die Sättigung und die Verblödung durch Zwitscher, Fakebook, Muhtoube, Vineo, Clipfrisch, Lickedin, Migg, Boundcloud und wie die Terror-Netzwerke alle heissen, alle so flachgemacht haben, dass sie einen grossen Schritt zurück ins Leben machen können. Dann müssen wir parat sein… und das werden wir…!! mit der Club-Struktur, die wir mittlerweile haben, mit unserer grossen Erfahrung und dem realen Netzwerk im Musik-Geschäft, einem blutenden Herz und viel Romantik. MOKKA ON SEXY MOTHER-FUCKER TOUR 1986-2014 !!!! Das macht man nicht einfach so im Halbschlaf, nein, dazu muss man halt auch immer wieder an schönen Sonntag-Nachmittagen im Büro sitzen… Indian, Indian Summer… hin oder her!!!

Ich mache diese ganze Club-Livemusik-Sache immer wieder und immer noch sehr, sehr gerne. Die Branche hat sich, zugegebenmassen, stark und nicht zum Besten,  gewandelt aber es hat so viele gute Musik überall auf der Welt, wie nie zuvor… die Digitalisierung unserer Gesellschaft hat definitiv den Vorteil, dass wir heute Sachen kennenlernen können, die noch vor 10 Jahren unbekannt geblieben wären. Wenn ich beim Buchen der Acts realistisch Verhandle, können wir uns ein gutes Programm jederzeit leisten… und dazu noch den Luxus von Poetry, Literatur, Jazz und Indie Pop-Anlässen, die z.T. nur marginal besucht werden, die aber für das Gesamt- Programm unseres Clubs und auch für uns Betreiber sehr wichtig sind. Viele Male schon bin ich in der Sonntagsnacht, total glücklich, nach getaner Arbeit mit einer Combo aus Kopenhagen, Antwerben, Paris, Manchester, Toronto oder weiss nicht woher, nach Hause gefahren und fand, yeah… das war jetzt ein sehr cooler Abend!!! Die ganze Schweiz sitzt am Sonntagabend vor dem Ferseher oder vor dem Compi, <tuet chli Pyschmäle.. nochli Chille> bevor die Härte der Arbeitswoche wieder zuschlägt… Nur ein Paar Thuner/innen… haben derweil in einem wohnlichen, schönen Konzertraum am Rande der kleinen Stadt, die am Fusse der grossen Alpen liegt… die richtig grosse Welt zu Besuch… und gehen dann dermassen beflügelt in die neue Woche… und das werden wir gerne möglich machen… immer wieder und immer mehr!!!

Mich erhält die vielschichtige Arbeit mit dem Club jung, dass ich schon 28 Jahre dran bin, macht Vieles einfacher und immer mehr erkenne ich das Privileg meines Jobs. Klar ist immer viel Druck vorhanden, aber wer kann bei seiner Arbeit schon Gummiratten waschen…? Hauseigene Haselnüsse sortieren…? Plakate und Drucksachen erstellen…? Einkaufen und Kochen…? Geld zählen..? Buchhaltung machen..? Handwerker koordinieren..? Monate zum voraus heisse Acts buchen..? Musik aus aller Welt auschecken und dabei täglich 3-7 Bands anhören..? Geld sinnvoll verteilen…? und vor allem…!! immer wieder Menschen glücklich machen!!! Und: The Show must go on!!! Immer Vorwärtsschauen hat den riesen Vorteil, dass man hinten immer wieder abbauen kann… Jeder Tag ist eine Einheit, die morgens anfängt und nachts aufhört, egal wie die Zeiten sind… jeder Tag birgt eine neue Chance, war der eine Tag voll-scheisse, kann der neue Tag alles wieder gut machen… Es ist fast wie mit dem Wetter…  Wenn wir jetzt unerwartet diese paar wahnsinnigen Sommertage geniessen können, haben wir den Scheiss-Sommer 2014 schon fast wieder vergessen… den Sauhund!!!

Wenn wir schon beim Wetter sind: das Schlimmste, was uns als Clubbetreiber passieren kann, ist: Der <INDIAN, INDIAN SUMMER…> bleibt 2-3 Wochen, dann <guet Nacht am Sächsi…>, dann werden wir mit unserem September-Oktober-Programm voll in die Scheisse greifen, leere Konzerte zum Saison-Anfang, wirtschaftlich erstmals eis@Ohre… Das wäre durchaus nicht das erste Mal, dass so Etwas passieren würde…!!! Positives Denken ist da angesagt… Wir freuen uns auf live gespielten <Indian, Indian Summer>, werden halt bei schönem Wetter noch etwas mehr Geld in der Gartenbeiz umsetzen!!!!!

LIEBE GRÜSSE AUS DEM BERNER OBERLAND, MC ANLIKER  GRUEBE-PILOT CAFE BAR MOKKA THUN