November 2012

DER FLOW WAR GEWALTIG.. ABER WER HOCH STEIGT, KANN AUCH SCHMERZHAFT ABSTÜRZEN.. EIN KURZER EINBLICK IN DAS LEBEN DER HEULSUSE MC ANLIKER… ZUM NOVEMBER 2012

CAFE BAR MOKKA ist im Moment sehr gut auf Kurs.. wir sind ein Thema in der Gesellschaft, in der kleinen Stadt am Rande der grossen Alpen.. MOKKA RULES.. das ist eine gute Sache, das nimmt man gerne rein.. es war ja sehr viel, auch schon sehr anders. Der Spätsommer- Herbst 2012 wird definitiv in die Club-Geschichte eingehen. Vieles ging so fast von selbst und die positive Stimmung tat den Rest, dazu kam dann auch noch schönes Herbstwetter.. es war schon fast zuviel der Harmonie.. Hey MC äs isch fasch chli beängschtigend.. wirsch langsam mild…?? Du kennsch ja dä no: Wir kämpften gegen das Packeis und ertranken im Softeis!! Zwischendurch einmal easy going sollte nach einem so langen Weg möglich sein.. und es wird auch wieder anders werden.. da mache ich mir nichts vor.

Genau, dann plötzlich ist er da, der Tag, an dem alles sowas von mühsam ist, so mühsam, dass man nur noch davonrennen könnte oder eine Bombe in den Laden werfen möchte und dabei hoffen das sich alles auflöst.. aber bitte schnell!!!  So ein Scheiss-Tag war eben der heutige, Dienstag 23. Oktober 2012, wo der Schock morgens um 8 Uhr beim Blick aus dem Fenster so gross war, dass man am Liebsten das Duvet essen würde in der Hoffnung, dass es einem von innen warm gibt… Wo am Vortag ein goldener Herbsttag seine ganze Pracht entfaltete und die Augen nur so gestreichelt und gefüttert wurden von diesem Traumlicht, herrscht nun die Oede einer Nebelbank, die sich dann den ganzen Tag hält und die Seele abkühlt, dass es schon fast beängstigend ist… Eigentlich ist man doch alt genug um zu wissen, dass Ende Oktober der Winter vor der Türe steht und das Wetter nun mal ist wie es ist und dass wir zum Glück das Wetter nicht kaufen können und es für alle gleich ist.. Nur, mich hat es aber heute voll breitseits erwischt, unvorbereitet. Scheisse! In der Nacht sass ich noch bis 3 Uhr auf dem Balkon und habe den Sternenhimmel bewundert.. und jetzt sowas.. neiiii..!!! Wenn ich einen Nuggi in der Nähe gehabt hätte, ich hätte ihn benutzt, und wenn ich nicht Manager dieses Clubs wäre und das Tagesgeschäft bewältigen muss, dann wäre ich nach Hause gegangen und hätte das Duvet über den Kopf gezogen und vielleicht beim Pizza-Kurier einen Vollkorn- Schoppen bestellt… Aber nun sitze ich an der Tastatur meines Mac`s und schreibe mal drauflos und hoffe, dass da etwas Gescheites rauskommt.

Der Mega-Flow, auf dem CAFE BAR MOKKA die letzten Wochen surfen konnte, haben wir leider wirtschaftlich nicht umsetzen können.. es sieht ganz so aus, dass Thun bleibt, wie es immer war, eine trockene Kulturwüste, in der ab und zu einmal etwas Wasser eine Oase zum Blühen bringt.. Wir hatten bei angesagten Acts wie Baby Jail, Aloan und My Heart belongs to Celilia Winter gerade mal 80-90 Konzertbesucher/innen, dazu noch maximal 50 Eintritte in die Disco.. bei normalen Acts sind dann die Besucher/innen zahlen markant tiefer.. nämlich 20-30..!!!! Damit zahlt man dann knapp das Hotel der Musiker/innen und eventuell noch einen Teil der Quellensteuer, bei ausländischen Künstlern. Was auf unserer Bühne im September  und Oktober 2012 zu bewundern war, war aber nicht wirklich von schlechten Eltern, an dem wird es nicht liegen. Das Highlight dieser Zeit war sicher der Aktionstag <Leben macht Lärm> am Samstag 6. Oktober 2012 auf dem Rathausplatz und die anschliessende Clubnacht, eine Art vorgezogener Silvester.. Der Anlass hat uns allen sehr gefallen, vorallem die unkomplizierte Art aller Beteiligten, die Mischung der auftretenden Künstler, die friedliche Stimmung auf dem Platz und der Umstand, dass man auch heute noch Untergrund-Kultur machen kann. Wir können  stolz auf diesen Anlass sein. Gut, wir hatten auch ein wahnsinniges Wetterglück.. Hey Petrus.. Merci!!! Wir haben mit diesem Showcase unseren Ruf als zuverlässige Veranstalter einmal mehr festigen können.. keine Agression weit und breit, Friede, Freude, Eierkuchen.. und der Platz war am Schluss so sauber wie am Anfang. Am nächsten Tag, als die Bühne abgebaut wurde, pickten wir noch ein paar Zigarettenstummeln auf und das war es dann.

In meiner Bürohöhle, oder Hölle, stapeln sich hinter meinem Rücken die Unterschriftsbögen der Petition <This City Needs..>. 9500 Unterschriften liegen parat!!!! Wir sammeln nun noch bis zum 30. Oktober 2012 und werden wohl dabei die 10.000 Marke erreichen… beim Lancieren der Petition habe ich immer gesagt, das wir 12.000 Unterschriften anpeilen.. dann habe ich realistisch auf 7000 runter geschwenkt.. und nun darf ich positiv überrascht sein. Unser Briefkasten hat in den letzten Wochen ein Revival erlebt… Briefe mit Petitionsbögen und Kärtchen mit schönen, aufmunternden Worten drauf, lagen jeden Morgen oben auf der Werbeflut und den Tageszeitungen. Nachrichten wie: Lieber Mr. Mokka, nach unserem Gespräch anlässlich der Demo vor dem Rathaus habe ich als uralte Frau zum Amüsement meiner Bekannten einige Unterschriften <Pro Mokka> gesammelt. Ihre Arbeit bewundere ich, gut, dass es für die Jungen so etwas gibt. Die Qualität der Musik in der <Provinz> hat meine Berner Grosstöchter immer beeindruckt. Hold the Line! Sincerly yours  S… S… (Sigriswil) Whau.. und das an einem Montag Morgen auf nüchternen Magen. Ja, liebe Leute, 9500 Unterschriften in 64 Tagen.. Thun könnte stolz auf soetwas sein.. aber leider haben wir nun das Problem, dass die Petition erklärtermassen nicht vom Stadtpräsidenten und von der Kulturministerin entgegen genommen wird… sondern vom Stadtschreiber und das empfinde ich als Affront. Klar, ist das normalerweise so geregelt, aber all diese Menschen aus nah und fern haben irgendwie den Anspruch, dass diese Petition als eine Art Chefsache gehandhabt wird.

Die Politik sollte in diesem speziellen Fall bedenken, dass sehr viel, der unterzeichnenden Menschen das erste Mal in ihrem Leben ihre Unterschrift unter einen  Petitionsbogen gesetzt und damit also auch fast eine der ersten politischen Erfahrungen gemacht haben. Ganz bewusst für eine Sache, die ihnen am Herzen liegt, weil sie positive Erlebnisse mit der Sache, in dem Fall eben mit CAFE BAR MOKKA, gemacht haben. Herrn Lanz und Frau Haller würden sicher keine Steine aus der Krone fallen, wenn sie ein paar Dutzend strahlende, junge Menschen mit schönen Kartonschachteln, gefüllt mit der Ernte ihres gesellschaftlichen Engangementes, vor dem Rathaus begrüssen würden. HOLD THE LINE..!!! würde die alte, süsse, Dame aus Sigriswil sagen…. Für mich ist das letzte Wort in der Geschichte noch nicht gesprochen… wir können die Petition auch noch Ende November überreichen.. der wesentliche Teil unseres Anliegens, die Information der Anwohner, die in 2 Jahren an die Rexstrasse oder eventuell an die Marazzi Plaza ziehen werden, durch die Stadt Thun, wird eh erst in ein paar Monaten aktuell.

Aktuell ist aber das vorliegend November-Programm 2012 aus unserem Haus. Wir hoffen, dass die Konzerte besser besucht werden als im Oktober.. sonst sehen wir dann im Januar 2013 plötzlich alt aus.. Was wir jedoch wissen: Das Konzert mit Müslüm wird brettervoll werden, da wollen nun schon ganze Sippen mit Grossmüttern und 7-jährigen Kindern anreisen… was ich persönlich nicht wirklich toll finde. Besucht doch einmal ein Konzert von Schöftland.. oder die Show der abgefahrenen Band The Excitements.. mit einer Sängerin aus Mozambique die die junge Tina Turner wieder aufleben lässt.. das ist im Fall grosses Kino! Ansehen und reinhören, wie immer auf WWW.MOKKA.CH. Noch etwas ganz Wichtiges: Da wir diesen Frühling-Sommer massiv in unsere Beschallungsanlage investiert haben, tönen nun die Konzerte noch besser als sonst schon…(Plöffsack!) Die Preise sind wie immer relativ human und ich werde in Krisenzeiten Johannisbeerkraut nehmen, damit ich kein Risiko für empfindliche Gäste mehr darstelle.. Des weiteren erhält der Oberfascho und widerliche Siffsack Marco Rüeggsegger, Dorfstrasse 7, 3634 Thierachern ab sofort Haus- und Ressort-Verbot für das Restaurant Alpenrösli und CAFE BAR MOKKA, bis auf ewig!!! Er soll in der Hölle schmoren oder der russischen Mafia in die Hände laufen…

Ja, immer noch ist es so, dass wir einen gewissen Anstand seitens unserer Gäste erwarten, erwarten müssen, weil es ohne nämlich nicht geht. Das Wort RESPECT steht nicht einfach so bei uns überall aufgepinselt, nein, es ist uns ernst damit und es ist besser so, für alle.

IN DEM SINN WÜNSCHE ICH EUCH EINEN TOLLEN WINTERANFANG HIER IN THUNESIEN.. KEEP ON ROCKIN… HOLD THE LINE!!!!!

EUER MC ANLIKER
MONSTER OF CEREMONIES CAFE BAR MOKKA THUN