Mai 2010

DER ERSTE FRÜHLINGS REGEN BRINGT UNS DEN SEGEN… WAS HABEN METEO SENDUNGEN MIT SEX ZU TUN… DARFUR MISSIONEN DES IKRK SPENDEN ZELTE FÜR SCHWEIZER GASTRONOME.. UND ANDERES ZUM MONAT MAI 2010

Welcher Segen.. bringt uns dieser Regen…! Es ist Samstag, 1. Mai 2010 und es regnet wirklich, echte Tropfen die auf den Boden fallen und dort versickern, wo der Boden es noch zulässt, dort wo seine Strukturen noch offenporig sind und unsere ausgetrocknete Lebensgrundlage >Boden< endlich wieder einmal das dringendst benötigte Wasser erhält. Klartext spricht man in den heutigen, allseits beliebten Wettersendungen auf allen Fernsehkanälen… Regen ist schlecht für unserer dröge, fehlgeleitete Konsumgesellschaft, gut ist das Wetter nur, wenn es schön ist und möglichst traumhaft warm im April.. man könnte meinen, dass wir von Red Bull, Sat 1, RTL Plus und Feldschlössschen satt werden, und dass es keine Natur mehr braucht, ausser sie ist als Event verkauf- und konsumierbar. Gärten, Wälder, Felder und Wiesen sind gut zum chillen, grillen, killen und auch noch zum überbauen… aber das es für die so genannte >Natur< Wasser in Form von Regen braucht…passt nicht mehr in die heutige Konsumwelt, wo alles immer und sofort oder noch schneller verfügbar sein muss und die Hintergründe schon lange nicht mehr gefragt sind. Ich als potentioneller Ü 52 habe einen Garten der dringend Regen braucht und habe mich die letzten Wochen extrem aufgeregt über diese idiotischen Wettersendungen mit all diesen Nullnummern von Kommentatoren/innen, die alle noch schlechter Performen als viele der sauglatten Kleinkünstler, die momentan an der Kleinkunst Börse, einen Steinwurf von meinem I-MAC entfernt, Frauen mit >Thurgauerin< Taschen und Männer mit biederen Kopfbedeckungen zum Lachen bringen… und darum geht es ja heute leider nur noch. Die Gemeinsamkeiten der Wettermoderatoren/innen und der sauglatten Kleinkünstler/innen sind den auch gut sichtbar.. es sind die weissen Bügelmikrophone die vom Ohr her über dem Mundwinkel schweben und ohne die es nicht mehr geht, die jeder Dumpfbacke sofort Seriosität und Erfolg signalisieren, weil sie >Bekannt von Funk und Fernsehen< sind.

Übrigens: Geregnet hat es in den letzten 8 Wochen praktisch nie und ich habe diesen Frühling schon ein paar 100 Liter Wasser in meine Balkanpflanzen gegossen, Wasser zum Trinken, für das ich zugleich auch Abwassergebühren bezahle. Im Garten giesse ich bewusst nicht vor Mitte-Ende Mai, weil ich, alte Schule mässig, immer wieder und immer noch auf Regen hoffe. Noch wegen den Moderator/innen der Wettersendungen… auf Telebärn gab es vor 4 Jahren oder so, eine Perle der Pantomime oder der Euretmie, vielleicht eine ehemalige Steinerschülerin…, die ihre Hände als Ausgangsstellung immer gefaltet an oder über ihrem Geschlecht hielt und somit vom Geschlecht aus die Wolken, Kaltfronten und die Hochdruckgebiete über dem Aermelkanal, mit weit ausladenden Armbewegungen kommentierte, eingekleidet in ein Hippie Röcklein aus dem Fundus von Schulmädchen Report 123 aus 1984… sie war Kult! Leider hat ihre Karriere bei Telebärn nicht allzu lange gedauert. Karrierenende ist auch bei Kachelmann dem berühmten Schweizer >Wetterfrosch>… Er sitzt in Deutschland in Haft und der >Blick< veröffentlicht jeden 2.Tag neue Enthüllungen in seinem Fall… auch er agierte vom Geschlecht aus, war quasi Schwanzgesteuert, etwas das, unabhängig der Tätigkeit, schon manchem Mann zum Verhängnis wurde… Die Frage stellt sich nun automatisch… macht Wetter moderieren geil? und, das ist quasi die Essenz vom ganzen: Wie glaubwürdig ist ein Mann der seine wahren Gesichtszüge hinter einem Schnauz-Bart versteckt und dessen Privatleben die pure Profilneurose ist? Von wegen Hochdruckgebiet über den Balearen….!

Draussen regnet es immer noch, die Shuttlebusse der Kleinkunstbörse ziehen ihre Runden, die Kultur Interessierten Thurgauerinnen und die, Jaques Brel nachtrauernden Mützenträger aus Unterägeri ziehen immer noch mit roten Backen und entrücktem Blick der Börse entgegen.. Hallo Kultur wir kooooooommen..!!! Auch hier ist eine sexuelle Komponente nicht von der Hand zu weisen. Macht Kleinkunst geil.? Wenn das so wäre, müsste ich wirklich die Branche wechseln und auch in die Kultur einsteigen. Oder ist es einfach Frühling und MC ANLIKER als Abwart, hat Ferien nötig. Es ist eben schon hart, jeden Tag mit Besen und Rechen und mit dem Laubbläser, seine Arbeit zu erledigen, während andere ihren Beruf zur Berufung machen und die  Campingferien in ihre Arbeit einbauen können. Unser Nachbar von der >Kulturbeiz+Campingplatz Chez Roberto< hat dieses Jahr schon die 2. Campingferien realisiert. Im Januar und Februar  hatte er ein Raucher Entzugszelt der ehemaligen >Hells Angels Gurbrü< im Garten und nun hat er aus den Restbeständen der Darfur Mission des IKRK ein Zelt das dort von den Somalischen Flüchtlingen nicht mehr akzeptiert wurde, günstig erwerben können und hat jetzt eine stehende Auszeit genommen. Das zeigt uns wieder,

wie Mann mit gescheiter Lebensplanung alt werden und im Alltag etwas für die Zukunft T(h)un`s machen kann. Wegen etwas für Thun tun… Es wurde ja die Tage das Gerücht herumgereicht, das die Stadt Thun, das Alpenrösli als neues Jugendzentrum für Kids von 14-18 Jahren in ihren Aufgabenkatalog aufnimmt und unsere Subventionen dann dort einsetzt. Eine entsprechende Sitzung mit Frau Haller und Herr Siegentaler (Beide Stadtpräsident/in Kandidaten für die Wahlen im Herbst 2010), mit dem Jugendbeauftragten der Stadt Thun, mit dem Chef des Städtischen Schulamtes, dem Chef des Gewerbeamtes und natürlich mit Roberto Balmer und MC ANLIKER, ist offenbar in Planung…..

Zum Glück regnet es immer noch und die Temperatur sackt weiterhin ab… Ideales Wetter zum schreiben, kochen und letztendlich auch für das Konzertgeschäft..!!! Heute Abend ist Kalles Kaviar
am Start, obwohl es keine Reservationen hat, bin ich zuversichtlich. Vielleicht bin ich nur beflügelt
vom gestrigen Abend mit Gustav+Les Hellbrothers, einem wunderbaren Konzertabend mit vollem Haus, super Stimmung und endlich wieder einmal Menschen in der Disco, die dort das machen für das eine Disco eigentlich steht.. Tanzen. In den letzten Wochen war die Disco einfach nur leer… leer
tot und trist.. nicht weniger schön als vorher, mit dem gleichen Personal wie früher, gut Beschallt,
coole Dj`s, wie immer…!  Aber trotzdem ist plötzlich nichts mehr wie früher.. es ist eine Situation die einem wie den Boden entzieht und man ist so was von machtlos. Ich habe so etwas in 24 Jahren CAFE BAR MOKKA noch nie erlebt und ich hätte nie gedacht, dass es einmal so sein könnte. Automatisch werde ich gezwungen mich mit Dingen auseinander zu setzen, die weit weg von meiner eigentlichen Arbeit sind, was nicht nur schlecht ist.. Zwischendurch habe ich den Beamer angekickt und mir Mokka Diashows auf 3.20×1.80, als selbst Motivations Programm, angeschaut… Wenn ich dann alle diese Wahnsinnsbilder aus dem Planeten Mokka sehe, kommen automatisch die Geschichten dazu und es wird sehr klar: So etwas Spezielles wie unser Club darf nicht einfach verschwinden.

Wir werden in den nächsten Wochen neben unserer normalen Arbeit noch viel zu tun haben…
Im Hinterkopf ist die Lancierung eines Vereins mit dem Arbeitstitel: >Freunde Mokka Thun< wo alle die hier ihre Jugend verbracht haben, Firmen, Bands die hier gute Auftritte hatten, Gemeinden und weiss nicht wer noch, Mitglied werden können, nach Möglichkeit auch Digital via unsere Website. Ich denke, dass es genug Leute geben wird, die denn Sinn eines solchen Engangementes erkennen und ihre Solidarität via Einzahlungsschein bekunden werden… oder zumindest hoffe ich das. Es werden bessere Zeiten kommen und es müssen bessere Zeiten kommen…. Das Tagesgeschäft hat uns aber erstmals gezwungen, den Mittwoch aus dem Angebot zu streichen und somit die 15 Jährige Tradition von 5 Öffnungstagen zu liquidieren… zack bumm, so kann es gehen. Der Sonntag, der wirtschaftlich auch sehr marginal geworden ist, lassen wir aber auf jeden Fall weiter leben, vielleicht wird ja eines Tages der Fernseher langweilig… wer weiss? Gute Nachrichten gibt es aber auch zu verkünden: Mokka Summerdance Vol.1+Vol. 2/10 ist in Planung, das Festival >AM SCHLUSS 10<
ist in Bearbeitung und wir wollen weiterhin hier an der Allmendstrasse 14 eine Oase in der Kultur Wüste Thun sein. Die Zeichen stehen heute eher auf >Totale Party<, Feinheiten und Inhalte scheinen auf der Strecke zu bleiben und das, was wir all die Jahre mit viel Herzblut angeboten haben, scheint nicht wirklich mehr benötigt zu werden.. Aber wir können ja nicht von heute auf morgen zu einem abgehalfterten Saftladen verkommen nur weil niemand mehr Qualität schätzt oder einschätzen kann.

Für die bei uns auftretenden Künstler/innen ist die Existenz eines Musik Clubs mit der Qualität wie wir sie seit Jahren anbieten, schlicht und einfach Elementar und das Feedback, das uns immer wieder die zu unserer Arbeit benötigten Energie liefert, kommt genau von diesen Profis, die Weltweit
auf Tour sind und die somit viele Vergleichsmöglichkeiten haben. Thun ist vielen berühmten Musiker/innen in guter Erinnerung und das geht voll auf unser Konto, und das nehmen wir gerne so an.

In diesem Sinne schliesse ich meine Schreibe zum Wonnemonat Mai und hoffe, dass dies gut sei….. Wir freuen uns auf euere Besuche in gutem Tuche und lassen weiterhin die Blumen blühen….

Es grüsst euch herzlich… MC ANLIKER      MONSTER OF SPRINGTIME MOKKA THUN