Februar 2011

DER CLUB ALS HAUSHALT OHNE ENDE UND
DIE KLEINEN SACHEN DIE ES AUSMACHEN.
MC ANLIKER ALS HAUSFRAU UND ANDERES
ZUM FEBRUAR 2011

„Hey, scho wider nume ei Site Tegscht vo MC ANLIKER… geihts de no.. dä siech isch de scho fangs huere minimalistisch druffe…“ Nun, meine Damen und Herren es ist natürlich in der Natur von Broschüren, dass die, produktionsbedingt immer 4, 8, 12, 16 und so weiter, Seiten haben müssen und nun ist halt schon wider nur ein kurzer Monat mit wenigen Shows und darum habe ich das Glück und ihr das Pech, dass es wieder nur eine Seite MC TALK gibt. Dabei gäbe es doch am Anfang unseres Jubiläumsjahres so Vieles zu schreiben über Kultur und Gesellschaft, über die Veränderungen die in diesem viertel Jahrhundert im Zusammenhang mit der Geschichte von CAFE BAR MOKKA erlebbar waren. Viel Wasser floss in diesen Jahren die Aare hinunter ohne das der Thunersee je leerer wurde… erst letzte Woche erfuhr ich im Zusammenhang eines Hausinstallations-Supergaus, dass unsere Toiletten im Keller und die Kellerbar an einem Abend mehr als einen Kubikmeter Abwasser produzieren und eine Gasheizung fast 15 Liter Kondenswasser in einem Tag produziert. Unsere Hausinstallationen kommen rechtzeitig zum Jubiläum ins AHV Alter und haben an allen Ecken irgend ein Leiden und so kommt es, dass wir den Patienten <Allmendstrasse 14> nun ein wenig schonender behandeln müssen.

Ein Detail zum Thema Abwasser: Als die Service Männer der Firma Schmutz am Montag 24. Januar 2011 den Schacht in unserem Keller öffneten, roch der ganze Klärschlamm irgendwie nach Red Bull… abgefahren..!!! Wir verkaufen ja selbst keine flüssigen Stierhoden in Zuckerwasser aber das Zeugs ist mittlerweise so penetrant wie beliebt und allgegenwärtig. Dem ersten Red Bull Dealer der uns das, damals in der Schweiz noch verbotene Getränk, verkaufen wollte, habe ich 1992 an einem Dienstag- nachmittag, die Türe gezeigt und damit war für mich das Thema erledigt und dabei bleibt es. Heute gibt es ja immer wieder Scenen der skurilen Art, wenn jemand ein <Gummibärli> bestellt und wir dann erklären, das wir kein Red Bull im Sortiment haben… Was, ke Red Bull…?? ke Red Bull.?? was heit dir de…?? Das Leben mit einem Musikklub stellen sich die meisten Leute völlig anders vor als es wirklich ist, viel glamuröser und aufregender. Es ist ja so, dass man sich all die Jahre sehr viel mit alltäglichem herumgeschlagen hat, mit defekten Toiletten, kaputer Heizung, natürlich am kältesten Tag des Jahres, mit falsch bestellter Ware, mit Papierkram mit den Ämtern, mit der Suisa und dem Vatikan, mit dem Auffinden von liegengelassenen Kleidern unserer Gäste, mit einkaufen, mit Frottierwäsche in die Wäscherei bringen und mit weiss nicht was allem… der Club als Haushalt… Hausfrauenarbeit die nie endet, unspektakulär und unglamurös.

Nun, es gibt natürlich tausende von beglückenden Momenten in unserer Clubgeschichte und sowieso: nach jedem Tief kommt ein Hoch und das kann innerhalb eines Abends, einer Nacht ein paarmal vorkommen. Es ist und bleibt ein emotionales Geschäft in dem man die Nerven behalten sollte, was natürlich meistens nicht gelingt… und man ist dann schnellmal das Poulet im Umzug… aber ob mit oder ohne Nerven, ist man das sowieso immer. Einer muss das Arschloch sein und ich bin mir das mittlerweile auch gewohnt und wer hart im geben ist muss auch hart im nehmen sein. <…Das ist gut das Bild. Das ist sehr gut. Die schnippen Schuhe sind mitdrauf und einer raucht. Das Bild macht mich stolz…> Dies ist der kommentar von Timmermahn zu dem Pressebild unserer Bestoffer von Samstag 12. Februar 2011, und das sind dann auch diese beglückenden Momente die in meiner Arbeit wohl mehr vorkommen als ich mir das bewusst bin. Ein Privileg ist es allemal, jahrelang eine Tätigkeit ausüben zu dürfen, bei der man gefordert ist und mit der man Menschen glücklich machen darf, Tag für Tag, für Tag. Das muss Ich mir in Momenten, in denen ich die ganze sache MOKKA am liebsten mit 2 Tonnen TNT in den Orbit schicken möchte, vor Augen führen. In den letzten Wochen wurde mir sovielmal Danke gesagt wie nie zuvor in unserer Clubgeschichte… danke für alles, danke für die schöne Show, danke das du diese Band nach Thun geholt hast, danke für all die Jahre und danke für das Klare und das Wahre…!! Liebe Leute, vielen Dank für die vielen Dankeschön, die ich gerne entgegennehme und abspeichere für harte Zeiten, quasi als Notvorrat.

Jetzt währe ich fast warm geworden beim Schreiben… hier in meinem eher kalten Büro im Ghetto am Rande der kleinen Stadt am Fusse der grossen, kalten Alpen… Was solls? Ein andermal Garantiert mehr von der Schreibe… und mehr zu 25 Jahre MOKKA, dem Leben ohne Coca und so Themen..

Einen schönen Februar wünscht euch euer MC ANLIKER Abwart CAFE BAR MOKKA THUN