Juli 2016

DAS FESTIVAL AM SCHLUSS IST SCHON LANGE TRADITION, ABER NIEMALS EIN SELBSTLÄUFER, GEHEN WIR BEHUTSAM UM MIT UNSEREN PRIVILEGIEN UND ANDERES IM VORFELD DES FESTIVALS 2016.

Zum Glück ist der Sommer 2016 doch noch im Anmarsch. Langsam kämpft er sich vor und ist dabei gar nicht so schlecht in Form. Ich selber war diesen <Sommer> schon vier Mal im Thunersee Baden, vier Mal – ist doch immerhin schon einmal nicht ganz so schlecht! Alles mit diesem Sommer 2016 ist natürlich noch sehr vage und überaus fragil. Es ist Montag, 11. Juli 2016 und während ich in meiner Luxus-Wohnung am Laptop sitze und diesen Text eintippe, ist der Himmel schon wieder sehr streng bewölkt, die ersten Regenschauer sind schon hinter uns und die Temperatur ist schon merklich gesunken. Als Organisator eines Open Air Musik-Anlasses, der zwölf Tage dauert, nimmt man das Wetter irgendwie klarer wahr, als wenn man passionierter Fernsehkonsument ist und den ganzen Sommer – biertrinkend – irgendwelchen  sich sportlich betätigenden Menschen zuschaut! Die Fussball-EM ist ja zum Glück gestern Sonntag zu Ende gegangen, Wimbledon ist auch Geschichte, aber die Tour de France ist ja noch zwei Wochen am Laufen. Um diese <Sofafurzer> brauchen wir uns also keine Sorgen zu machen, die meisten haben ja 290 Sender, da sollte doch auch der grösste Junkie seine Droge finden.

Sorgen müssen wir uns schon eher um die Zukunft der realen, nah erlebbaren, Livemusik machen. Die letzte Clubsaison von CAFE BAR MOKKA war sehr harzig, viele schlecht besuchte Konzerte auf höchstem musikalischem Niveau und irgendwie erscheint uns so die Zukunft des Musikclubs nicht wirklich rosig, wenn der Trend zu immer mehr digitalem Musikkonsum anhält. Am Festival selber haben wir ja die Sorgen von schlecht besuchten Konzerten zum Glück nicht. Die Bühne steht schön in der Stadtmitte, frei zugänglich und der Eintritt ist so teuer oder so billig, wie unsere Konsumenten und Besucher dies entscheiden. Mit dem System der <Moralischen Spendepflicht> (oder doch Spendenpflicht?) fahren wir mittlerweile sehr gut, da muss und darf ich nicht rummeckern. Das hochkarätige Festival-Programm, wie es sich auch dieses Jahr wieder ergeben hat, ist aber ganz klar nur wegen der kontinuierlichen Clubarbeit erst möglich. Wer sich nicht täglich mit der Flut der weltweit produzierten Musik auseinandersetzt, würde schon gar nicht auf die Acts stossen, die beim Festival AM SCHLUSS auf der Bühne stehen. Im Programm 2016 sind es fünf Schweizer und sieben internationale Bands, die das Thuner Publikum glücklich machen werden – da habe ich keine Bedenken. Es wird auch 2016 nicht jeden Abend eine <Partyband> auf der Bühne stehen und Konzerte geben, wo man das Publikum auffordern muss, das <Dauerquatschen> zu lassen, weil sonst die dargebotene Musik schlicht und einfach keine Wirkung entfalten kann.  Aber gerade wegen der Wirkung der gebotenen Musik machen wir ja Sommer für Sommer unser Festival mit dem Untertitel: DAS FESTIVAL MIT MUSIK ZUM TRÄUMEN!

Ich könnte ja auch im Juli jeweils die Tour de France schauen, das Dienstalter dazu hätte ich locker und sogar einen Fernseher zuhause, den ich sonst nämlich nie mehr brauche und in dessen flachem Glasbildschirm sich die Lichterketten in meinem Wohnzimmer so schön spiegeln (sehr schön die Lichterl, sehr schön…). Oder ich könnte, wie alle andern, in die Ferien fliegen und <die Seele baumeln lassen>. Das hat mich aber zum Glück – für Euch – nie wirklich gereizt. Die Arbeit mit diesen Sommerfestivals ist zwar zum Teil recht happig, macht aber dafür Mega-Sinn und ergibt viele schöne Begegnungen, die ich sonst bei meiner – sehr viel happigeren – Basisarbeit am Rande unserer Stadt nicht habe. Also, ganz klar: win-win!

Das Festival AM SCHLUSS 16 ist im Kern allen vorausgehenden Festivals sehr ähnlich (IM FLUSS 2003 + 2004 / AM SCHLUSS 2005-2015). Zwölf Konzerte, eines pro Abend, sonntags und unter der Woche starten wir um 20.00 Uhr. Neu ist aber, dass wir freitags und samstags um 21.00 Uhr mit den Shows beginnen. Die Anwohner des Mühleplatzes haben dies an einem Runden Tisch, mit der Stadt Thun und dem Verein Pro Nachtleben Thun, von sich aus beschlossen. Sie fanden, dass wir das verdient haben und wir wurden dann von der Stadt angefragt, ob uns das irgendwie nützen könnte. (nachdem wir fast zehn Jahre den Antrag gestellt haben, die Konzerte um 21.00 Uhr beginnen zu können und damit nie landen konnten). Das zeigt doch klar auf, dass sich immer noch etwas tut in dieser Stadt. Da sagen wir doch einfach einmal: Merci tuusig! Unsere Festival-Gastronomie ist aber an allen Tagen ab 19.00 Uhr für euch parat. Darauf geben wir unser Ehrenwort!

Noch kurz zum Programm des diesjährigen Festivals: Wir zünden das erste musikalische Feuerwerk gleich am ersten Abend… GUSTAV wird mit seiner achtköpfigen Band die Latte erfahrungsgemäss hoch setzen, aber schon am zweiten Tag werden CARROUSEL mit ihrem ausufernden Charme nachdoppeln und BUBI EIFACH können ja sowieso nichts anderes, als Vollgas geben. A-WA, drei Schwestern mit jemenitischen Wurzeln aus Israel, werden den Samstagabend auf 100 zur Party machen. Etwas ruhiger wird es am Sonntag sein, die in Frankreich lebende Musikerin GASANDJI aus der <Demokratischen> Republik Kongo spielt ihre wunderbare Musik auf einer Akustischen Gitarre, begleitet von E-Gitarre, Flöte und Perkussion. Aus Toulouse/Frankreich reisen die jungen, sehr professionell agierenden KID WISE an, die am Montag, 25. Juli die Festival-Bühne voll auslasten werden. Den Dienstagabend haben wir an COLIN VALLON vergeben – mit ihm und seine Trio arbeiten wir im Club seit drei Jahren zusammen (an jedem zweiten Dienstag ab 20.20 Uhr haben wir <COCOON> auf unserer Clubbühne). VALLON wird diesen Abend mit seiner Electro Group bestreiten… da ist grosses musikalisches Kino angesagt! IYEOKA, eine in den USA lebende Soul Sängerin aus Nigeria, war schon lange auf unserem Radar. 2015 klappte es knapp nicht, nun wird sie am Mittwoch, 27. Juli das Thuner Publikum verzaubern können. Am Donnerstag ist um 19.00 Uhr die Öffentliche Jungbürger/innen Feier der Stadt Thun und der Gemeinden Hilterfingen und Oberhofen angesagt. Der Konzertabend im Zeichen des Hip Hops wird von der legendären Berner Rap Combo CHLYKLASS bestritten, alle Hits eignen sich bestens zum Mitsingen – Nostalgie Pur! Die drei letzten Shows des Festivals 16 sind der Inbegriff des Festival-Mottos: … mit Musik zum Träumen! VIOLONS BARBARES machen Wild World Music. Als ich die drei Musiker erstmals in einem Video gesehen hatte, hat es mir fast die Schuhe ausgezogen und ich spürte sofort, das dieses Trio AM SCHLUSS 16 auf der Bühne stehen muss. Das Publikum ist dabei etwas gefordert, durchquatschen mit dem Rücken zur Bühne wird nicht drinliegen. Auch sehr angetan war ich von der Kunst der Japanerin MAIA BAROUH. Die Sängerin mit französischen Wurzeln macht modernen World Pop und singt dabei in einer uralten Sprache von einer kleinen japanischen Pazifikinsel. Nicht verpassen! Für das Finale des Festivals reisen unsere Freunde von 17 HIPPIES aus Berlin an und werden das machen, was sie immer machen: mit ihrer Herzmusik das Publikum in Ekstase versetzen.

Also, liebe Menschen, die Ihr jetzt diesen Text gelesen habt, da sehen wir uns doch einfach dort, wo diese wunderbare Musik gespielt wird und freuen uns zusammen am Umstand, dass es immer noch sehr gute Musik gibt, auf dieser Welt und dass wir diese in unserer kleinen Stadt am Rande der grossen Alpen jeweils zu Besuch haben!

AUF EIN GROSSARTIGES FESTIVAL AM SCHLUSS 2016 !!!! ES KOMMT GUT !!!
EUER MC ANLIKER  MONSTER OF CEREMONIES CAFE BAR MOKKA THUN.