Mai 2011

AUCH REGEN BRAUCHEN WIR FÜR UNSEREN SEGEN… EIN KLEINES FEINES MUSIKPROGRAMM ZUM MONAT MAI 2001 UND DIE WORTE DES ABWARTES……

Es kommt meistens eh wie es kommt… und es kommt immer anders als man es erwartet, immer wieder ist unsere Arbeit mit Überraschungen gespickt… wohl zum Glück, sonst würde das schnell einmal langweilig, zu langweilig. Im 25. Lebensjahr des Clubs passieren auffallend viele Sachen die in all den Jahren nie passiert sind und ich frage mich dann schon, was das soll..? Was soll das bedeuten, wenn mir das erste Mal in diesen langen Jahren die Konzertkasse einfach so aus den Händen gleitet und der ganze Inhalt sich auf den doch eher staubigen Büroboden ergiesst und ich dann auf den Knien, fluchend, die Münzen zusammensuchen muss..??? Oder ich erst zum zweiten Mal in der Geschichte von CAFE BAR MOKKA ohne Schlüssel zur Arbeit erscheine… Hey Man.. was sagt das mir..? Um was geits da..??? Z.B. letzten Donnerstagnacht hat so ein Super Spezie mit einem Stein ein Fenster bei der Bühne eingeschmissen, ist eingestiegen und hat ein paar Bier abgeräumt und ist wieder ausgestiegen, mit Hilfe eines dunkelroten Plastikstuhls aus der Nachbarschaft. Unser Personal war im Keller mit dem Feierabendputz beschäftigt und der DJ war am zusammenräumen seiner Tonkonserven, was aber den Spezie nicht gross kümmerte. Der Schaden hält sich zwar im Rahmen, aber falls du Spezie diese Zeilen liest und eventuell findest, das du Scheisse gebaut hast, kannst du uns ja 300.- Fr. zukommen lassen, weil soviel wird uns das Ersetzen der Isolationsscheibe kosten.

Ich persönlich bin die letzten Wochen mit Zügeln beschäftigt und finde dabei viel Altes, Geschichtliches im Zusammenhang mit dem Club aber auch viel Autobiografisches, was nicht nur lustig ist…. Irgendwie zieht mir dieses Zügeln die Schuhe aus ohne dass ich mich dagegen wehren kann und mein Zustand ist zwischendurch so ähnlich wie ich mir die Vorstufe von Alzheimer vorstelle… Nid würklech parat.!!! Obwohl ich mir seit Monaten ein Brockenhaus und Flohmi Verbot auferlegt habe, weil ich in den letzten 30 Jahren zuviele Sachen angehäuft habe,  kommt es immer wieder vor, das mir das Eine oder Andere angeboten wird und ich dann nicht klar genug nein sagen kann… Die Tage wurde mir ein 160 cm grosser Goofy angeboten… und ich weiss nun nicht so recht, ob ich schwach werden darf…. Mit meinen Beständen an Kunst und Kitsch könnte ich ganze Clubs einrichten und daneben noch Flohmis veranstalten, aber dazu fehlt mir die Zeit und so wird alles verpackt, angeschrieben und an meinem neuen Wohnort in einem grossen Keller gelagert, in der Hoffnung das die Zeit im Herbst 2011 für einen Flohmi reicht. Nicht nur, aber auch, mit meinem Zügeln im Zusammenhang, steht das eher magere Konzertprogramm unseres Clubs für den Mai 2011… Sorry Leute, aber irgendwie erhält man ein Hypes Clubprogramm nur mit einem 150% Einsatz, den ich aber in diesen Wochen nicht bieten kann.

Wir haben unseren Geschäftsgang in den letzten Wochen wieder etwas stabilisieren können, was beruhigend ist… wohl sind es nicht mehr die fetten Zahlen von einst, aber die Entwicklung hier an der Allmendstrasse gibt sehr wohl Grund zur Hoffnung. Bei angesagten Acts haben wir max. 80 Personen, mit dem Ertrag dieser Eintritte kann knapp die Band bezahlt werden, aber es reicht nicht mehr für die Rückstellungen die es braucht für einen lebhaften Betrieb. An Ostern waren die Konzerte gut besucht und was das Erfreulichste ist: es war an jedem der 4 Abende ein anderes Publikum im Raum, aber insgesamt waren es wirklich musikinteressierte Menschen und das fand ich persönlich sehr schön. Klar müssen wir auch Ramba Zamba im und um`s Haus haben, aber da wird es dann auch schnell schwierig. Nicht mehr immer die Bude voll zu haben, heisst eben auch, massiv weniger Probleme mit Gästen zu haben.. logisch und man gewöhnt sich gerne an einen zivilisierten Umgang im Ausgang. Jahrelang wurde bei uns so viel Mackerscheisse abgeladen und diesem Teil der guten, fetten, Jahre der Showbranche, traure ich keine Träne nach. Ich rühre Holz an beim Schreiben dieser Zeilen.. denn die Kraft der Gedanken ist nicht zu unterschätzen. Es steht uns ja wieder einmal ein Sommer bevor, von dem man nicht weiss was er uns bringen wird. Schon wettertechnisch kann es sein, dass der ganze Juni regnerisch wird, was mir als Bewohner eines Hauses mit Garten eigentlich nur recht sein kann, waren doch die letzten Monate definitiv zu trocken.

Als Hobbygärtner rege ich mich jeweils tödlich auf, wenn ich die Wettersendungen im Fernsehen anschaue und dort Regen als Todsünde und Leid für die Spass-, Freizeit- und Vergnügungsgesellschaft kommuniziert wird. Wie es kein Wasser brauchen würde für all die Lebensmittel die bei uns bis zum Abwinken angeboten werden und dies mittlerweile zu Preisen, wo man sich nur noch fragen kann, auf wessen Buckel diese Kalkulationen  ausgetragen werden. 750 Gramm Zucchetti aus Spanien für Fr. 2.40, 1 Kilo Spargeln aus Peru für Fr. 5.60 oder 20 Halbliter Dosenbier aus Norddeutschland für  Fr. 8.-,

alles über Hunderte oder Tausende von Kilometern angefahren oder eingeflogen, von Energie verschleudernden Lastwagen, Schiffen oder Flugzeugen, so wie nichts wäre… kein Gedanke daran, das in 10-20 Jahren die fossilen Brennstoffe verbraucht sein werden. Die Zukunft unserer Lebensmittelindustrie wird hoffentlich bald wieder hier in der lokalen Produktion liegen und dem alles zu jeder Zeit verfügbar Wahn wird dann wohl die Luft ausgehen müssen. Bei meinem, schon erwähnten, Zügeln kam mir umfangreiche Politliteratur aus den späten 70er und frühen 80er Jahren in die Hände und das meiste was wir heute als neue, schockierende Erkenntnisse wahrnehmen, wurde damals schon geschrieben. Eines ist ganz klar, das politische und oekologische Bewusstsein des Menschen ist sehr viel kleiner geworden in den letzten 20-30 Jahren und wenn ich die Einkaufsgewohnheiten des modernen Konsumenten studiere, muss ich annehmen, dass viele von ihnen nur  noch schlecht oder gar nicht kochen können und das wiederum gibt mir zu denken.

Kochen ist hier im Musikclub sehr wohl ein Thema und kochen ist zudem eine der 2 Universalsprachen dieses Planeten.. die Liebe gehört im Fall nicht dazu… die 2. ist die Musik… und so können wir uns glücklich schätzen, beide Universalsprachen bei uns ausüben zu dürfen. Mit Hilfe des Essens können wir gute Shows machen, Musiker die gut gegessen haben, eine Wertschätzung erfahren haben, sind dann auf der Bühne einfach besser, was für das Publikum nur von Vorteil ist.
Nur habe ich meistens Ende Frühling die Küche eher satt… irgendwie wäre mir im Moment der Sinn nach kleinen Pfannen, nach kleinen Häppchen, so nach Lust und Laune… Die riesen Salatschüsseln und das ewige Warten bis fertig gekocht und serviert werden kann, sind aber für die nächsten paar Wochen noch Realität und somit werden wohl die Shows im Mai und Juni,  wie immer, gut werden. Es sind ja auch grossartige Acts, mit viel Herzblut und Ohrenbalsam auf dem reduzierten Programm und es sind die letzten Konzerte vor der Bühnenpause… wenn ihr wisst was ich meine…!!!!

Im Juli 2011 zünden wir dann wieder die Rakete mit unserem Festival  AM SCHLUSS 11. Der Anlass wird sich im Rahmen der Jahre zuvor bewegen, mittelgross, schön beleuchtet  und gut beschallt, mit Künstlerinnen und Künstlern, die man nicht jeden Tag hört. Auf der Rückseite unseres Programmheftes seht ihr erstmals ein Line Up des Festivals und bald wird unsere Website WWW.AMSCHLUSS.CH wieder aktuell sein. MOKKA SUMMERDANCE VOL.1/11 und MOKKA SUMMERDANCE VOL.2/11 werden uns an der Allmendstrasse über den Sommer begleiten. Ich werde hoffentlich meine Materialschlacht überleben und in der neuen Wohnung ankommen…. Etwelche Festlichkeiten zum grossen Jubiläum: 25 Jahre CAFE BAR MOKKA sind vor dem September 2011 keine zu erwarten, die Finanzen dazu sind auch nicht vorhanden.

Wir haben noch Veränderungen in unserem Team zu vermelden… Maria von Gunten hat am 30. April 2011 ihren letzten Arbeitstag geleistet.. sie wird wieder in den sch… Buchhandel zurück gehen, schade.
Ich möchte mich hier ganz herzlich bei Maria bedanken und ihr alles Gute wünschen, hoffe aber auch, sie ab und zu bei uns als Verstärkung begrüssen zu dürfen. Bis September 2011 übernimmt der langjährige Teilzeitmitarbeiter Mario Schlachter die operative Führung der Gastronomie, ihm an dieser Stelle ein Dankeschön und viel Glück für diese Zeit.

Alles bleibt also weiterhin in Bewegung und wie oben schon einmal erwähnt… es kommt wie es kommt und es kommt meistens anders als man es erwartet… Mit einer Prise Glück wird unser Betrieb das Ominöse 25. Jahr überleben, es wäre ja eine Schande nach soviel Geben…. denn wenn ich die Leute sehe, wie sie glücklich sind, da sein zu dürfen, wird mir klar das es uns weiterhin geben muss und dass es weiterhin Sinn macht einen Ort wie den unseren zu betreiben. Nicht dass ich ein 50 Jahre Jubiläum ansterbe… aber MOKKA IS IN DA HOUSE, so war es die letzten Jahre und so soll es die nächsten paar Jahre sein, klein und fein, da guckt auch das Schwein !!!

AUF EINEN SCHÖNEN MONAT MAI FÜHLE ICH MICH SO FREI… SCHICKE EUCH LIEBE GRÜSSE
AUS DEM BÜRO MIT DEN STEHENDEN AUTOKOLONNEN VOR DEM FENSTER…..

EUER MC ANLIKER
MONSTER OF CEREMONIES CAFE BAR MOKKA THUN