April 2004

Alles neu im April??? Oder, Veränderungen in unserem Betrieb, die zu reden geben werden… Worte zum April 2004, sitzend geschrieben.

CAFE BAR MOKKA vollzieht im April (wenn das Wetter macht was es will…) einige Neuerungen, kleine, nicht wirklich spürbare und einschneidendere… 1. setzen wir den Cafepreis von Fr. 3.20 auf 3.50 und die warme Schokolade wird 50 Rappen teurer und kostet neu Fr. 3.50, das unter der Rubrik Peanuts! Einschneidender wird die Neuerung im Bereich Eingang und Foyer… Ab 1. April tolerieren wir, ab der grossen <Respekt>Schrift, bei der Allmendstrasse und im ganzen Gartenbereich, keine Fremdgetränke mehr!! Der florierende und exzessiv betriebene Take Away Verkauf von alkoholischen Getränken bringt uns immer mehr Müll „ins Haus“ respektive in den Garten, Müll, den wir entsorgen und zahlen müssen, zudem verkommen wir immer mehr zu einem Auffangbecken von Leuten, die ihr Geld alle lieber anderswo investieren und das Mokka dann als Konsumplatz der Investitionen benutzen, was uns zwar Frequenzen aber vorab viel Ärger bringt.

Freiräume werden immer weniger genutzt, erkannt und gelebt, Geben und Nehmen stimmen im Verhältnis immer weniger und Dankbarkeit für den „Spielplatz Mokka“ können wir zunehmend weniger erwarten. Wir können froh sein, wenn wir als Betreiber im eigenen Haus noch ab und zu gegrüsst werden und ein Rest Autorität akzeptiert wird.

Also: Ab 1. April, Getränke zuhause lassen oder vor der Allmendstrasse leertrinken und entsorgen!

Eine sehr einschneidende Massnahme wird im Bereich Eingang und Foyer vollzogen: Ab April 04 stellen wir eine Kassenkabine vor den Eingang und so wird am Wochenende der Eintritt vor der Foyertüre bezahlt werden müssen, eine Massnahme, die eine 16jährige Tradition als offenes Haus ein wenig einschränkt. Der Konsument zwingt uns zu diesem Schritt und die devote Haltung der heutigen Jugendlichen schreit geradezu nach Securitys und Polizisten… Und da die überall Standart sind, wissen sie dann meistens nicht mehr, wie sie mit unserem exotischen und altmodischen System und der ihnen gewährten Freiheit umzugehen haben. Unser Foyer ist in den letzten Monaten noch mehr als auch schon, zu einem Kampfkifferwaffenplatz geworden und jemand, der bei uns eine Show besuchen will, fühlt sich wie im Vietnamkrieg… Den Hodschi Mingh-Pfad überqueren war damals einfacher, als heute im Mokka Foyer zur Kasse und Garderobe vorzudringen. Wir hüten mittlerweile die ganzen Asylbewerber, die sich einen Deut drum scheren, was wir in unserem Haus machen und anbieten.

Immer mehr Gäste und dies vorab weibliche, meiden unser Haus und das können wir uns schlicht nicht leisten. Wo keine Frauen sind, sind auch keine Männer… Und einen männlichen Kiffertreff betreiben ist nicht Sinn und Zweck unseres aufwändig betriebenen Clubs… Also: Eintritt Freitags und Samstags vor dem Haus zahlen, dafür gibt es neu zwei Kategorien von Eintritt: Ein Konzerteintritt und ein Discoeintritt, der bei Fr. 8.- anfängt, ab 21.00 Uhr, und der ab 23.00 Uhr auf Fr. 10.- hochgeht…

Eine Art (alkoholfreie) Happyhour, so steigt die Qualität unseres Hauses und passt dann wieder eher zu der angebotenen Kultur! (Hoffen wir) Mittwoch, Donnerstag und Sonntag ist der Hauseintritt weiterhin frei, wir werden aber im Foyer vermehrt präsent sein, um unsere Hausphilosophie durchzusetzen.

Gegen die Massierung unserer afrikanischen Kokain, und mittlerweile auch Gras, Dealer werden wir aktiv. Wir haben am Wochenende 19. & 20. März angefangen, die Männer zu fotografieren und zudem sprechen wir die gestressten Junkies, die per Handy’s von den Blackmen’s an die Allmenstrasse gerufen werden, an und machen ihnen klar, dass sie ihre Scheissdrogen anderswo mischeln sollen… Die Blackmens sind ja alle keine Dealers… Und Police??? Whats that, Police…? Ha… Ha… Ha…!! Sie fühlen sich so was von sicher bei uns und das nervt! Vorbei mit der linken Sozialromantik… Die ja noch nie wirklich wahr war… Auf den Spruch: „You are a Rassist!“ kann ich schon lange nicht mehr hereinfallen, die „Antifa“Punks bezeichnen mich ja auch als Fascho, wenn ich Respekt gegenüber unserem Haus verlange… Was solls. Es ist jetzt einfach genug Wasser die Aare hinunter geflossen und der Zeitpunkt zum Handeln ist definitiv gekommen!!! (Dies auch in Erwartung des kommenden Sommers, der dann diese ganzen Tendenzen noch verstärkt… uns graut schon heute…)

Veränderungen gibt es auch in unserem Nachbarhaus, dem <Alpenrösli-Gastwerk>. Katharina Tackmann beendet ihre <Gastwerk> Zeit und ein Hippie Konkordat um Roberto Balmer, bekannt als DJ Roberto Stereo, übernimmt ab Sonntag, 11. April 2004 den Betrieb und führt ihn neu wieder unter <Alpenrösli>. Geplant sind vorwiegend kulturelle Aktionen mit Schwerpunkt Literatur und Gesellschaftspolitik. Ja, alles neu im April!!!

Die weiteren Programmschwerpunkte von Café/Bar Mokka sind auf der Rückseite unter <Mokka Next> zu lesen…

Eine Regionaltonwoche 2004 ist auf Herbst geplant, die Anmeldedetails werden früh genug durchgegeben.

<Mokka Next> ist neu auch auf <www.mokka.ch> zu finden und auch dort tut sich was… (Liebe Cyber-Stänkerer, wir haben einfach nie Zeit, mal richtig Gas zu geben im Internetbereich)

Das vorliegende Kulturprogramm ist für Dich/Euch gemacht und die Adresse ist immer noch Allmendstrasse 14… Das Haus ist immer noch gelb… Der Caferahm immer noch in Schoggichübeli und der Anliker ist auch noch dort anzutreffen… (zwar immer weniger… weil ich jetzt mehr und mehr an der Börse aktiv bin…)

Alles unspektakulär und langweilig, wie nur so ein Club in der Berner Provinz sein kann… Also, doch nicht alles neu, im April!

Wir sind die Schwestern und Brüder der romantischen Verlierer…

Mit aufrechtem Blick wünsche ich Euch einen schönen Frühling mit wenig Schnee

und viel Kuchen und vielem zum Suchen…

Euer:

MC Anliker

Master of listening <La Paloma> in 100 Versions

Master of ‚Springtime’ Vibes

PS.: Noch kurzfristig gebucht: SENS UNIK, Donnerstag, 20. Mai 2004 (Auffahrt) (TBC)