März 2016

244 FB-FREUNDE UND IMMER ALLEINE ZUHAUSE. DIE SCHÖNE NEUE WELT, GRELL AUSGELEUCHTET UND BALSAM IST ANGESAGT! MC ANLIKER ZUM MÄRZ 2016.

Wenn das Geschäft schlecht läuft, ist es fertig mit entspannt sein. Die ganze Zeit geht man alles genau durch, macht sich so viele Gedanken zum: Warum wir? Warum und weshalb und sowieso? Es kommen dann auch gut gemeinte Ratschläge von lieben Menschen. Einer, der immer dabei ist: Ihr müsst halt mehr auf Facebook (FB) agieren… oder auf Twitter! Ja, meine lieben Ratgeber /innen. Merci, isch scho guet! I hanech trotzdäm gärn! Von mir weiss man, dass ich gar kein Freund von FB bin, weil ich das Tool nicht wirklich verstehe. Seinen Sinn, seine Wirkung und vor allem sein Ästhetik werde ich nie in meine Seele aufnehmen können. Feed your eyes! Das ist mein Motto. Schärfe deine Augen und vor allem, halte sie offen… die Welt ist voller Sachen, die es mit den Augen zu entdecken gibt! FB geht jegliche Sinnlichkeit ab, FB stopft den Menschen mit falschen Signalen voll (240 FB-Freunde und immer alleine zu Hause)! Dann ist auch klar, dass die Flut abstumpft, dass bei der Datenflut auf dem Telefon eines FB-Users irgendwann die Wirkung abhanden kommt. Klar kann ich FB nicht einfach ignorieren. CAFE BAR MOKKA hat einen Account! Ja sicher, schon lange… aber klar doch. Ich selber habe aber damit nichts zu t(h)un, weil ich ja auch immer noch kein Handy habe.

Ich habe lieber Bubi Eifach auf der Bühne, als bubi eifache Kommunikations-Tools. Ein FB-Nutzer ist mit sehr wenig Aufwand <bei den Leuten>. Einen Knopf des Mobilphones drücken und schon liebt man etwas, ist da und dort dabei, zeigt Empathie und spielt Anteilnahme vor. Easy. Wenn 120 Leute auf FB sagen, dass sie kommen, heisst das noch lange nichts. Ob man irgendwo hingeht oder zuhause weiterhin den Mittelpunkt der Welt markiert, hängt irgendwo am kleinen Faden. Das Wetter, die aktuelle Situation in der Schule, im Job, in der Beziehung und bei den Finanzen spielt sicher eine grosse Rolle im Ausgehverhalten der <vernetzten> Menschen. Ein geliebter Spruch von mir war: Think global – drink local! Das <local> meinte das Trinken in den Clubs in Gesellschaft anderer. Das war aber vor Facebook. Heute ist eher billig Trinken zuhause vor dem Multimediacenter angesagt. <Alkohohl> war noch nie so billig wie heute, das ist ein Fact! Es gibt in den gängigen Lebensmittelläden Vodka in der 7.5 dl-Flasche für Fr. 9.24, zwanzig Halbliter Bier für Fr. 9.49 und Aktionen im Bereich <flüssige Drogen> ohne Ende. Auch sogenannte <illegale Drogen> sind über die Jahre nicht wirklich sehr viel teurer geworden. (Historisches: 1975 kostete ein Gramm Roter Libanese im Hinterzimmer des Restaurants Ochsen in Thun Fr. 6.–, meine Wohnungsmiete war Fr. 240.– im Monat (drei Zimmer mit Balkon und neuem Bad in der Innenstadt!), die Krankenkasse kostete monatlich circa Fr. 28.– und mein Maurerlohn betrug je nach Stunden zwischen Fr. 1900.– und 2100.–. Der Preis für gutes Haschisch geht heute um die Fr. 13.– bis 15.–, falls man es noch erhält!)

Ganz ohne Chnöpfli drücke geht es sowieso schon lange nicht mehr. Ich drücke ja auch den ganzen Tag Knöpfe auf meiner Compi-Tastatur. Aber bei allem, das ich da mit der Aussenwelt abmache, sind Verbindlichkeiten die erste Voraussetzung. Wenn ich bei meiner Arbeit auf interessante Künstler stosse, reicht ein Knopf zu drücken nicht. Ich schaue meistens kurz in drei bis fünf Videos, höre mir Sounds an, checke die Tourpläne aus und entscheide dann, ob ich Kontakt aufnehme. Das World Wide Web bringt uns <alles> sehr schnell, sehr umfangreich und weil es wie gratis ist, sind kaum mehr Filter eingebaut. Ich erhalte also das Angebot für einen <Grammy Winner>-Superstar aus Amerika auf den Server unserer Bauerndisco, zwei Minuten später ein Angebot für das Hämorroiden-Orchester Diekhusen-Fahrstedt. Beide gehen mich so was von nichts an, kosten mich aber Zeit und lenken mich ab. Das  Kontaktaufnehmen mit einer Musik-Agentur löst dann einen Prozess aus, der vor allem viel Arbeit mit sich bringt und bei dem man nicht wirklich sicher sein kann, dass ein gutes Resultat dabei herausschaut. Hat man dann alles zum Guten gebracht, kommt der letzte und wichtigste Teil. Das ist zugleich auch der Einzige gegen aussen Sichtbare:  das Konzert, die Show! Und damit  sollte ja dann alles in Butter sein. Aber wie uns die Erfahrung zeigt, gibt es eben auch da keine Garantien.

Was ich aber aus tiefster Inbrunst verkünden darf: Das Osterprogramm von CAFE BAR MOKKA ist eine grosse Sache… auf WWW.MOKKA.CH gibt es ein Ohr voll. Feed your eyes!

AUF EINE BESSERE ZEIT IM SCHÖNEN CLUB AM RANDE DER GROSSEN, KALTEN ALPEN.

EUER MC ANLIKER, VORWÄRTSGEHER CAFE BAR MOKKA THUN